Europa & Wien, Aubusson, Creuse, Frankreich
Aubusson-Teppiche
Flach gewirkte und geknüpfte Teppiche aus der französischen Tapisseriestadt Aubusson, meist mit Rosenbouquets in Pastelltönen.
Aubusson liegt im Département Creuse in Mittelfrankreich und ist seit dem 15. Jahrhundert für Tapisserien bekannt; 1665 verlieh Colbert den Werkstätten den Titel Manufacture royale. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden hier auch Bodenteppiche, sowohl geknüpfte Stücke nach dem Vorbild der Savonnerie als auch flach gewirkte Teppiche. Im 20. Jahrhundert belebte Jean Lurçat die Tapisserie; seit 2009 zählt sie zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Unter Aubusson-Teppich versteht der Handel meist den flach gewirkten Teppich ohne Flor: Schussfäden aus Wolle, teils mit Seide, werden in Tapisserietechnik über eine Kette aus Wolle oder Baumwolle geführt und verdecken diese vollständig. Typisch sind Blumenkränze, Rosenbouquets, Akanthus und Medaillons in Pastelltönen, Rosa, Hellgrün, Beige und Gold, oft im Stil Louis XVI, Empire oder Napoléon III. Die Formate reichen bis zu großen Salonteppichen.
Französische Aubusson des 18. und 19. Jahrhunderts sind selten; häufiger begegnen Stücke aus dem späten 19. und 20. Jahrhundert sowie neuere Imitate aus China, oft als Nadelarbeit. Flachgewebe sind empfindlich: Schüsse reißen, Farben verblassen, und Feuchtigkeit lässt die Wolle schrumpfen. Häufig sind Restaurierungen mit nachgewirkten Partien. Französische Wirkerei und chinesische Kopie unterscheidet man über Material, Webdichte und Rückseite.
Woran man es erkennt
- Flach gewirkt, ohne Flor
- Rosenbouquets und Blumenkränze
- Pastelltöne mit Rosa und Hellgrün
- Stil Louis XVI, Empire oder Napoléon III
- Chinesische Nadelarbeits-Imitate verbreitet
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