Material: Edelmetalle
Silber 800
Silberlegierung mit 800 Tausendteilen Feinsilber, der Standard für deutsches und österreichisches Tafelsilber und Besteck um 1900.
Silber 800 besteht zu 800 Tausendteilen aus Feinsilber, der Rest ist Kupfer. Die Legierung ist härter als Sterlingsilber und eignet sich für Besteck, Leuchter, Tabletts und Dosen. Im Deutschen Reich war 800 ab 1888 der Mindestfeingehalt für die Stempelung mit Halbmond und Krone; in Österreich-Ungarn entsprach er der Ziffer 3 im Dianakopf. Italienisches, ungarisches und tschechoslowakisches Silber nutzte den Feingehalt ebenfalls häufig.
Gestempelt wird „800“, oft mit Halbmond und Krone oder dem Dianakopf mit der Ziffer 3 und einem Herstellerzeichen. Die Farbe ist minimal grauer als bei 925. Silber läuft an und bildet schwarzbraune Sulfidschichten, die auf ein weißes Tuch abfärben. Die Prüflösung für Silber färbt sich rötlich. Gefüllte Leuchterfüße und hohle Messergriffe enthalten Kitt, Pech oder Gips, der das Gewicht verfälscht.
Beim Ankauf zählt das Nettogewicht des Silbers: Füllungen, Stahlklingen und Holzgriffe werden abgezogen. Besteck in Kassetten, Jugendstilformen und Stücke von Bruckmann & Söhne, Wilkens oder Koch & Bergfeld liegen über dem Materialwert. Ein „800“-Stempel auf versilberter Ware kommt als Fälschung vor und fällt bei der Strichprobe auf.
So prüfen Sie es
- Stempel „800“
- Halbmond und Krone (Deutschland ab 1888)
- Dianakopf mit Ziffer 3 (Österreich-Ungarn)
- rötliche Reaktion der Silberprüflösung
- Füllungen in Leuchterfüßen und Messergriffen
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