Material: Edelmetalle
Chinasilber
Handelsbezeichnung für versilbertes Alpaka, verbreitet bei Besteck und Tafelgerät des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Chinasilber ist keine Silberlegierung und stammt nicht aus China. Der Begriff bezeichnet galvanisch versilbertes Neusilber, also Alpaka mit einer dünnen Silberschicht. Er war im deutschsprachigen Handel des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts für Besteck, Menagen, Leuchter, Zuckerdosen und Tabletts üblich. Hersteller schlugen das Wort direkt in die Ware, oft zusammen mit dem Firmenzeichen, weshalb es auf Erbstücken bis heute gut lesbar ist.
Eingeschlagen ist „Chinasilber“ oder „Chinasilber versilbert“, oft mit Herstellerzeichen und einer Zahl für die Silberauflage. Feingehaltspunzen fehlen. An Kanten, Griffenden und Löffelspitzen tritt das gelblich-graue Grundmetall hervor. Mit Silberprüflösung reagiert nur die Oberfläche; ein Kratzer an verdeckter Stelle zeigt das Grundmetall. Im Vergleich zu massivem Silber fühlen sich die Stücke etwas leichter an. Ein Magnet haftet nicht, weil auch der Kern nicht magnetisch ist.
Chinasilber hat keinen nennenswerten Materialwert. Interessant sind vollständige Garnituren und Jugendstilformen. Die Bezeichnung führt regelmäßig zu überhöhten Erwartungen, weil das Wort „Silber“ im Stempel steht. Eine Neuversilberung ist möglich, lohnt aber nur bei besonderen Stücken. Hotelsilber mit Aufschrift bildet eine Ausnahme und findet eigene Sammler.
So prüfen Sie es
- Stempel „Chinasilber“
- Auflagezahl statt Feingehalt
- Grundmetall an Kanten sichtbar
- keine amtliche Punze
- geringeres Gewicht als Silber
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