Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Ming-Dynastie

Stilperiode Asien, 1368–1644

Chinesische Kaiserdynastie, unter der Jingdezhen das Blau-Weiß-Porzellan zur Weltware machte – dazu Cloisonné, Schnitzlack und Hartholzmöbel.

Zhu Yuanzhang gründete 1368 die Ming-Dynastie und vertrieb die mongolische Yuan-Herrschaft. Unter Kaiser Yongle wurde die Hauptstadt 1421 nach Peking verlegt und die Verbotene Stadt errichtet. Die kaiserlichen Brennöfen in Jingdezhen lieferten Porzellan für Hof und Export; ab der Wanli-Zeit (1573–1620) brachten portugiesische und niederländische Schiffe große Mengen nach Europa. 1644 endete die Dynastie mit der Eroberung Pekings durch die Mandschu.

Leitgattung ist das Blau-Weiß-Porzellan mit Kobaltmalerei unter der Glasur, mit Drachen, Phönixen, Lotosranken, Landschaften und Figuren. Die Chenghua-Zeit (1465–1487) brachte das zarte Doucai mit Konturen in Blau und Aufglasurfarben, die Jiajing- und Wanli-Zeit das kräftige Wucai. Exportporzellan der Kraak-Gattung hat Felderdekore am Rand. Daneben entstehen Cloisonné-Email, rot geschnitzter Lack, Bronzen, Dehua-Porzellan in Elfenbeinweiß und Möbel aus Huanghuali-Hartholz mit Zapfenverbindungen ohne Nägel. Gelehrtenobjekte wie Pinselbecher, Tuschsteine und Pinselablagen aus Bronze, Jade und Porzellan bilden eine eigene Gattung.

Das MAK und das Weltmuseum Wien in der Neuen Burg besitzen chinesische Keramik und Kunsthandwerk dieser Zeit. Im Wiener Handel erscheinen vor allem Kraak-Porzellan, Blau-Weiß-Ware der späten Ming-Zeit, Bronzen, Lackarbeiten und spätere Nachahmungen mit Ming-Marken; Stücke aus Schiffsfunden haben eigene Dokumentation. Provenienz und Ausfuhrnachweise werden geprüft. Schiffsfunde wie die Hatcher-Fracht um 1643 und die Wanli-Fracht brachten im 20. und 21. Jahrhundert große Mengen auf den Markt.

Sechszeichenmarken der Ming-Kaiser wurden in späteren Dynastien vielfach als Respektmarken verwendet und sind kein Beweis für das Alter. Masse, Glasur, Fußring mit Brandspuren, Kobaltton und Malstil entscheiden; Kraak-Porzellan zeigt Chatter-Marks und Sand am Fuß. Moderne Repliken aus Jingdezhen sind künstlich gealtert, mit Säure oder Erdresten. Bei bedeutenden Stücken ist eine Thermolumineszenzanalyse sinnvoll.

Woran man es erkennt

  • Blau-Weiß mit Kobalt unter Glasur
  • Sechszeichen-Regierungsmarken
  • Drachen, Phönix und Lotosranken
  • Doucai und Wucai
  • Kraak-Porzellan mit Randfeldern
  • Cloisonné und Schnitzlack
  • Huanghuali-Möbel mit Zapfenverbindungen
  • Dehua-Porzellan in Elfenbeinweiß

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