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Künstler: Internationale Moderne

Otto Mueller

Maler, Grafiker, 1874–1930, Liebau – Berlin – Breslau

Brücke-Maler der Akte in Dünen und Wäldern, in Leimfarbe auf Rupfen; die „Zigeunermappe“ (1927) ist sein bekanntestes grafisches Werk.

Otto Mueller lernte Lithograf in Görlitz und studierte in Dresden und München. 1910 trat er in Berlin der „Brücke“ bei, der er bis zu ihrer Auflösung 1913 angehörte. Nach dem Kriegsdienst lehrte er ab 1919 an der Akademie in Breslau. Reisen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien in den 1920er Jahren führten zu Bildern von Roma-Familien. Er starb 1930 in Breslau; 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten über 350 seiner Werke.

Muellers Hauptthema sind schlanke Akte in Landschaften, an Teichen und in Dünen, in gedämpften, kreidig wirkenden Farben. Er malte vorwiegend mit Leimfarbe auf grobem Rupfen, was den Bildern eine matte Oberfläche gibt. Als gelernter Lithograf arbeitete er vor allem in dieser Technik; 1927 erschien die „Zigeunermappe“ mit neun Farblithografien. Daneben entstanden Holzschnitte, Radierungen und Aquarelle. Schultern und Hüften seiner Akte sind eckig gezeichnet, die Gesichter mandelförmig.

Die Druckgrafik verzeichnet Florian Karsch. Viele Lithografien existieren in mehreren Zuständen und in unterschiedlich gefärbten Abzügen; Lebzeitdrucke sind von späteren Abzügen zu trennen. Fälschungen betreffen Aquarelle und Zeichnungen mit Aktmotiven. Leimfarbenbilder sind empfindlich gegen Feuchtigkeit und Abrieb. Bei Werken aus deutschen Sammlungen ist die Herkunft 1937–1945 zu prüfen. Rupfenbilder sind häufig doubliert.

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