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Manufaktur: Glas & Kristall

Fritz Heckert

Petersdorf (Piechowice), Riesengebirge, 1866–1923, danach Jo-He-Ky

Glasveredelung in Petersdorf im Riesengebirge, 1866 gegründet; emailbemalte Humpen im altdeutschen Stil und Jugendstilglas.

Fritz Heckert gründete 1866 in Petersdorf eine Glasveredelung, die Rohglas aus Hütten der Umgebung bemalte, schliff und vergoldete; später kam eine eigene Hütte hinzu. Das Unternehmen bediente die Nachfrage des Historismus nach Gläsern im Stil der deutschen Renaissance und lieferte an Händler im ganzen Deutschen Reich. 1923 ging es mit der Josephinenhütte und Neumann & Staebe in der Jo-He-Ky AG auf.

Hauptprodukte waren Humpen, Stangengläser, Pokale und Becher mit Emailmalerei nach Vorbildern des 16. und 17. Jahrhunderts: Wappen, Reichsadler, Jagd- und Zunftszenen, Trinksprüche. Daneben entstanden Gläser im persischen und indischen Stil mit Gold- und Emailornamenten. Um 1900 kamen irisierende Ziergläser und farbig überfangene Jugendstilvasen hinzu. Viele Gläser entstanden als Geschenk- und Erinnerungsstücke mit Widmung und Datum. Die Dekore wurden nach Vorlageblättern gemalt und mit Nummern im Firmenkatalog geführt.

Heckert-Gläser tragen teils eine Emailmarke mit Dekornummer am Boden, vieles ist jedoch ungemarkt. Gegenüber echten Renaissancegläsern verraten gleichmäßige Glasmasse, regelmäßiger Abriss und häufig die Jahreszahl im Dekor die historistische Entstehung. Spätere Abziehbilddekore wirken flach, während die Handmalerei des 19. Jahrhunderts leicht erhaben und deckend aufliegt. Abrieb an Goldrändern und abgeplatzte Emailpartien sind häufig; Restaurierungen mit Kaltfarben erkennt man am matten, leicht abweichenden Farbton.

Entwerfer & Personen

  • Fritz Heckert

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