Manufaktur: Glas & Kristall
Cristallerie Schneider
Épinay-sur-Seine bei Paris, 1913 bis um 1981
Glashütte der Brüder Ernest und Charles Schneider bei Paris; Art-déco-Farbglas und Kameoglas der Marke Le Verre Français.
Ernest und Charles Schneider, die zuvor bei Daum in Nancy gearbeitet hatten, übernahmen 1913 eine Glashütte in Épinay-sur-Seine bei Paris. Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs der Betrieb rasch und belieferte Kaufhäuser und Kunsthandlungen in Frankreich, den Niederlanden und den USA. Die Weltwirtschaftskrise traf den exportabhängigen Betrieb schwer. Nach 1945 setzte Charles Schneider mit seinem Sohn die Produktion fort, ab 1962 in Lorris; um 1981 wurde sie eingestellt.
Unter dem Namen Schneider erschienen Vasen, Schalen und Coupen aus kräftigem, gesprenkeltem Farbglas, häufig mit dunklen Fußplatten oder Henkeln in Kontrastfarben. Die Marke Le Verre Français, ab etwa 1918, bot geätztes Kameoglas mit stilisierten Pflanzen, Tieren und geometrischen Motiven in Orange, Rot, Blau und Violett. Einige Stücke tragen die Signatur Charder, gebildet aus dem Vornamen und dem Nachnamen von Charles Schneider. Nach 1945 dominierte farbloses Kristall.
Schneider-Gläser tragen eine gravierte Schreibschrift „Schneider“, Stücke von Le Verre Français eine Gravur oder einen eingeschmolzenen, bunt gestreiften Stab, der an ein Zuckerl erinnert, mitunter beides. Charder steht im Relief im Dekor. Bei Kameoglas helfen Tiefe der Ätzung und gesprenkelter Unterfang bei der Unterscheidung von Nachahmungen. Häufig sind Ausbrüche an Fußplatten, Kratzer am Stand und Verlust von Montierungen bei Leuchten.
Entwerfer & Personen
- Charles Schneider
- Ernest Schneider
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