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Manufaktur: Glas & Kristall

Meyr's Neffe

Adolf (Adolfov) bei Winterberg, Böhmerwald, 19. Jahrhundert bis 1922

Böhmerwald-Hütte, die Kristallglas für J. & L. Lobmeyr und Entwürfe der Wiener Moderne ausführte; 1922 mit Moser vereinigt.

Die Glashütten der Familie Meyr im Böhmerwald gingen im 19. Jahrhundert an einen Neffen über, woraus der Firmenname Meyr's Neffe entstand. Hauptsitz war Adolf bei Winterberg. Unter Wilhelm Kralik von Meyrswalden wuchs der Betrieb zu einem der führenden Kristallglaserzeuger der Monarchie. Über Jahrzehnte lieferte er farbloses und farbiges Glas an J. & L. Lobmeyr. 1922 vereinigte sich das Unternehmen mit Ludwig Moser & Söhne.

Für Lobmeyr entstanden Trinkservice, Pokale und Rohlinge, die in Wien und Nordböhmen graviert oder bemalt wurden. Um 1900 führte die Hütte Entwürfe aus dem Umfeld der Wiener Kunstgewerbeschule aus, darunter die Kelchgläser Otto Prutschers mit farbigem Überfang am Stiel, die E. Bakalowits & Söhne vertrieb. Daneben fertigte sie Lusterbehänge und Farbglas für den Handel. Farbglas lieferte die Hütte in Rubin, Grün, Blau und Violett.

Gläser von Meyr's Neffe erscheinen im Handel meist unter dem Namen des Verlegers, also Lobmeyr oder Bakalowits, und tragen keine eigene Hüttenmarke. Für die Zuordnung zählen Glasmasse, Schliff, Form und der Vergleich mit Musterbüchern. Nach der Fusion von 1922 liefen einzelne Formen unter dem Namen Moser weiter, was Datierungen zusätzlich erschwert. Hinzu kommt, dass Lobmeyr dieselben Modelle teils auch bei anderen Hütten fertigen ließ.

Entwerfer & Personen

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