Manufaktur: Glas & Kristall
Nachtmann
Neustadt an der Waldnaab (Oberpfalz), seit 1834
Oberpfälzer Bleikristallhersteller, 1834 gegründet; geschliffene Vasen, Schalen und Trinkgläser aus Bleikristall, seit 2004 Teil der Riedel-Gruppe.
Michael Nachtmann gründete 1834 in der Oberpfalz eine Glasschleiferei, aus der eine der größten Bleikristallfirmen Deutschlands hervorging. Der Betrieb in Neustadt an der Waldnaab lieferte nach dem Zweiten Weltkrieg in großen Mengen in den Handel, an Warenhäuser und in den Export. 2004 übernahm die Kufsteiner Riedel-Gruppe das Unternehmen und führte die Marke als Linie für Trinkglas und Geschenkartikel weiter. Damit gehört Nachtmann zu den wenigen deutschen Bleikristallherstellern, deren Name im Handel weiter präsent ist.
Typisch für die Nachkriegsjahrzehnte sind schwere, maschinell vorgepresste und von Hand nachgeschliffene Bleikristallvasen, Schalen, Aschenbecher, Kerzenleuchter und Bowlengefäße mit Kreuz-, Stern- und Keilschliff. Viele Haushalte besitzen Römer, Likör- und Weingläser aus solchen Serien. Ab den 1990er-Jahren entstanden auch maschinell gefertigte Trinkgläser und Dekorlinien mit modernen Schliffbildern, die als Geschenkartikel verkauft wurden. Ältere Stücke sind daher häufig in Sammlungen von Bleikristall aus Verlassenschaften vertreten.
Stücke tragen meist eine geätzte Marke „Nachtmann“ am Boden, häufig dazu ein Etikett mit der Angabe „Bleikristall 24 % PbO“, das den gesetzlich definierten Mindestbleigehalt nennt. Fehlt beides, ist die Unterscheidung von anderem deutschem oder böhmischem Bleikristall kaum möglich. Für die Einschätzung zählen Schliffschärfe, Gewicht, Zustand der Kanten und Vollständigkeit von Garnituren. Bleikristall dieser Art ist reichlich vorhanden; Einzelstücke werden selten gesucht, vollständige Trinkgarnituren eher.
Entwerfer & Personen
- Michael Nachtmann
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Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Orreforsseit 1898
- Pallme-Königum 1890 bis um 1930
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