China, Tibet & Nepal, Tibet (Gyantse, Schigatse)
Tibet-Teppiche
Teppiche aus Tibet in Schlingentechnik über einen Stab, darunter Schlaf-, Sitz- und Satteldecken sowie Tigerteppiche.
In Tibet dienten geknüpfte Teppiche als Schlafunterlage, Sitzbelag in Klöstern, Satteldecke und Türbehang. Erhaltene Stücke stammen überwiegend aus dem späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor allem aus Gyantse und der Region um Schigatse. Nach 1959 setzten tibetische Flüchtlinge in Nepal und Indien die Knüpferei fort; dort entstand die Produktion, die heute als Tibet- oder Nepal-Teppich gehandelt wird.
Tibet-Teppiche entstehen in einer eigenen Technik, dem Tibetknoten: Der Florfaden wird in Schlingen um die Kette und über einen Stab geführt, der später herausgezogen wird; anschließend schneidet man die Schlingen auf. Kette und Schuss sind aus Wolle oder Baumwolle, der Flor aus glänzender Hochlandwolle. Typische Formate sind der Khaden, etwa 90 × 160 cm, und der kleinere Sitzteppich. Muster sind Medaillons, Drachen, Lotos, Schachbrettmuster und Tigerfelle.
Antike Tibet-Teppiche sind bei Sammlern gefragt, besonders Tigerteppiche und Satteldecken mit Pflanzenfarben. Die lockere Bauweise macht sie weich, aber anfällig: Flor fällt aus, Kanten lösen sich, und Mottenfraß schreitet schnell fort. Viele Stücke wurden auf Stoff montiert oder gekürzt. Neuere Produktion aus Nepal und Indien ist dichter und gleichmäßiger; ältere tibetische Stücke zeigen unregelmäßige Reihen und Abrasch.
Woran man es erkennt
- Tibetknoten in Schlingentechnik über einen Stab
- Glänzende Hochlandwolle
- Khaden-Format um 90 × 160 cm
- Tigerfell- und Drachenmotive
- Lockere, weiche Bauweise
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