China, Tibet & Nepal, Tianjin und Peking, China
China Art Déco
Chinesische Teppiche der 1920er und 1930er Jahre in kräftigen Farben und asymmetrischen Kompositionen, vor allem aus der Firma von Walter Nichols in Tianjin.
In den 1920er Jahren entstand in Nordchina eine Teppichproduktion, die chinesische Motive mit der Formensprache des Art déco verband. Bekanntester Vertreter ist der Amerikaner Walter A. Nichols, dessen Firma in Tianjin Teppiche für den amerikanischen Markt herstellte; im Handel heißen sie Nichols-Teppiche. Eine zweite bekannte Firma führte die Amerikanerin Helen Fette. In den 1940er Jahren kam die Produktion mit Krieg und politischer Umwälzung zum Erliegen.
China-Art-déco-Teppiche haben eine Baumwollkette und einen dicken Wollflor bei niedriger Knotendichte, etwa 30.000 bis 90.000 Knoten/m². Kennzeichnend sind leuchtende Grundfarben, die im chinesischen Teppich zuvor unüblich waren: Violett, Magenta, Petrol, Smaragdgrün und Orange. Die Komposition ist oft asymmetrisch: Blütenzweige, Vasen oder Bäume wachsen von einer Ecke ins freie Feld, die Bordüre ist schmal oder fehlt. Die Konturen sind tief eingeschnitten.
Nichols- und Fette-Teppiche sind bei Sammlern und Einrichtern gefragt, besonders mit kräftigen, unverblassten Farben. Typische Schäden sind ausgeblichene Partien, Mottenfraß im dicken Flor, abgelaufene Laufzonen und Wasserflecken. Die tiefen Konturschnitte sammeln Schmutz, der sich bei einer Wäsche nur schwer löst. Nachknüpfungen aus späterer Zeit wirken in der Farbe gedämpfter und in der Zeichnung glatter.
Woran man es erkennt
- Leuchtende Farben: Violett, Magenta, Petrol
- Asymmetrische Komposition
- Blütenzweige aus einer Ecke ins Feld
- Schmale oder fehlende Bordüre
- Tief eingeschnittene Konturen
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