Persien – Nomaden, Kurdistan (Iran, Türkei, Irak)
Kurdische Teppiche
Teppiche kurdischer Dorf- und Stammesgruppen in Westiran, Ostanatolien und Nordirak: derbe Wolle, Wollkette und kräftige geometrische Muster.
Kurdische Gruppen leben in einem Gebiet, das Teile Irans, der Türkei, des Irak und Syriens umfasst. Im persischen Teppichhandel stehen kurdische Arbeiten neben den städtischen Stücken aus Senneh und Bidjar, die ebenfalls in kurdischen Gebieten entstehen. Bekannte Gruppen sind die Jaf, deren Taschen ein Gitter aus Hakenrauten tragen, die Kolyai um Songhor und die Knüpfer um Sauj Bulagh, das heutige Mahabad.
Kurdische Dorf- und Stammesteppiche haben meist Kette und Schuss aus Wolle, einen langen, glänzenden Flor und den symmetrischen Knoten, bei etwa 50.000 bis 150.000 Knoten/m². Typisch sind große Medaillons, Hakenrauten, Herati- und Mina-Khani-Varianten sowie Gitter aus kleinen Rauten. Die Farben sind kräftig: Rot, Dunkelblau, Grün, Gelb und Aubergine. Neben Läufern und Brücken knüpfen kurdische Gruppen Taschen, Kissen und Satteldecken.
Kurdische Teppiche des 19. und frühen 20. Jahrhunderts schätzen Sammler wegen ihrer Wolle und Farbigkeit. Die Wollkette macht sie biegsam, sie verziehen sich aber leicht und neigen zu welligen Kanten. Jaf-Taschen sind meist nur als Front erhalten. Typische Schäden sind Mottenfraß, abgelaufener Flor und korrodiertes Braun. Gerade Formate, Pflanzenfarben und erhaltene Enden sprechen für ein gutes Stück.
Woran man es erkennt
- Kette und Schuss aus Wolle
- Langer, glänzender Flor
- Hakenrauten und große Medaillons
- Kräftige Farben mit Aubergine und Grün
- Jaf-Taschen mit Rautengitter
- Häufig unregelmäßige, wellige Formate
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