Persien – Nomaden, Provinz Fars, Iran
Kaschkai
Turksprachiger Stammesverband in Fars; Kaschkai-Teppiche haben Wollkette, glänzende Wolle und Medaillons mit gestreuten Tieren und Blüten.
Die Kaschkai sind ein Verband turksprachiger Stämme, die zwischen Sommerweiden im Zagros nördlich von Shiraz und Winterweiden nahe dem Persischen Golf wanderten. Ihre Teppiche sind seit dem 19. Jahrhundert im Handel bekannt und wurden über Shiraz verkauft. Die feinste Gruppe heißt nach dem Teilstamm Kaschkuli; daneben stehen Arbeiten der Amaleh und Darreschuri. Seit der Zwangsansiedlung unter Reza Schah in den 1930er Jahren knüpfen viele Kaschkai sesshaft.
Kaschkai-Teppiche haben Kette und Schuss aus Wolle, oft mit rot gefärbtem Schuss, und einen glänzenden, mittelhohen Flor mit etwa 100.000 bis 300.000 Knoten/m². Geknüpft wird asymmetrisch. Typisch sind ein oder drei rautenförmige Medaillons mit Hakenrand, umgeben von kleinen Tieren, Blüten und Boteh, dazu Mille-fleurs-Gebetsteppiche. Die Kanten sind mit abwechselnd gefärbter Wolle umwickelt. Neben Teppichen entstehen Gabbeh, Kelims, Taschen und Satteldecken.
Antike Kaschkai aus dem 19. Jahrhundert, besonders Kaschkuli-Stücke, sind gefragt; die Mehrheit im Handel stammt aber aus dem 20. Jahrhundert. Die Wollkette macht die Teppiche biegsam, sie verzieht sich jedoch leichter als Baumwolle. Typische Schäden sind abgelaufene Felder, ausgeblutetes Rot, Mottenfraß und fehlende Kantenumwicklung. Pflanzenfarben, ein unverzogenes Format und erhaltene Enden mit Kelimstreifen sind für den Wert maßgeblich.
Woran man es erkennt
- Kette und Schuss aus Wolle, Schuss oft rot
- Hakenmedaillons, gestreute Tiere und Blüten
- Glänzender, mittelhoher Flor
- Abwechselnd gefärbte Kantenumwicklung
- Kaschkuli als feinste Gruppe
- Kelimstreifen an den Enden
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