Material: Metall & Bronze
Ormolu
Feuervergoldete Bronze für Möbelbeschläge, Pendulen und Leuchter, ein Kennzeichen französischer Luxusmöbel des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
Ormolu leitet sich vom französischen or moulu, gemahlenes Gold, ab und bezeichnet feuervergoldete Bronze. Pariser Bronziers fertigten im 18. Jahrhundert Beschläge, Schlüsselschilde, Sabots, Kandelaber und Pendulengehäuse, die nach dem Guss ziseliert und dann vergoldet wurden. Unter Ludwig XVI. und im Empire erreichte die Technik ihren Höhepunkt. In England produzierte Matthew Boulton in Birmingham Ormolu-Ware. Im 19. Jahrhundert folgten historistische Nachschöpfungen mit galvanischer Vergoldung in großer Zahl.
Echtes Ormolu zeigt sorgfältige Ziselierung mit Punzierungen, Matt- und Glanzpartien und einen warmen Goldton. Die Rückseiten der Beschläge sind roh gegossen. Galvanisch vergoldete Bronze des späten 19. Jahrhunderts wirkt heller und gleichmäßiger, lackiertes Messing dunkelt fleckig nach. Abgeriebene Stellen zeigen die Bronze darunter. Schrauben und Befestigungen geben Hinweise: Handgeschnittene Gewinde sind unregelmäßig. Zinkguss mit Goldlack ist leichter. Unter der Lupe zeigt sich die Ziselierung als feines Muster aus Punzschlägen.
Möbel, Pendulen und Leuchter mit originalem Ormolu des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sind gesucht. Ersetzte, nachgegossene oder neu vergoldete Beschläge mindern den Wert. Die Qualität der Ziselierung ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Spitzenarbeit und späterer Massenware. Fehlende Beschläge lassen sich nachgießen, verändern aber die Originalität.
So prüfen Sie es
- warmer Goldton mit Matt- und Glanzpartien
- feine Ziselierung
- roh gegossene Rückseiten
- Bronze an Abriebstellen
- handgeschnittene Gewinde
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