Manufaktur: Glas & Kristall
Salviati
Venedig und Murano, seit 1859
Von Antonio Salviati 1859 begründetes Mosaik- und Glasunternehmen; Wegbereiter der Wiederbelebung des Muraneser Glases im Historismus.
Der aus Vicenza stammende Anwalt Antonio Salviati (1816–1890) gründete 1859 in Venedig eine Werkstatt für Glasmosaik. Wenige Jahre später gewann er britische Geldgeber und baute auf Murano eine Hütte auf, die mundgeblasenes Glas nach Vorbildern der Renaissance fertigte. Nach Zerwürfnissen mit den Partnern führte er eine eigene Firma weiter. Mosaike aus seinen Werkstätten schmücken Kirchen und öffentliche Bauten in Großbritannien, Deutschland und Amerika.
Typisch sind dünnwandige Kelche und Pokale mit gekniffenen Stielen, Drachen- und Delfinmotiven, Fadenglas, Chalcedonglas mit marmorartiger Musterung, Aventurin und Gläser mit Goldfolie. Viele Stücke folgen venezianischen Originalen des 16. und 17. Jahrhunderts aus Museumssammlungen. Daneben entstanden Mosaikbilder, Spiegelrahmen und Luster. Für Touristen gab es kleinere Andenkengläser in denselben Techniken. Auf Weltausstellungen in London und Paris machte das Unternehmen das Muraneser Glas einem internationalen Publikum wieder bekannt.
Gläser des 19. Jahrhunderts sind meist ungemarkt; erhaltene Etiketten oder Firmenkataloge helfen bei der Zuordnung. Gegenüber Originalen der Renaissance sind die Kopien des Historismus an der klareren Glasmasse, dem regelmäßigen Abriss und frischer Vergoldung erkennbar. Später erscheint ein gravierter Schriftzug „Salviati“. Die Abgrenzung zu anderen Muraneser Hütten des Revival bleibt ohne Beleg vorsichtig. Auch englische Händler verkauften Salviati-Glas unter eigenem Namen.
Entwerfer & Personen
- Antonio Salviati
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Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
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