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Künstler: Wiener Moderne

Max Pollak

Radierer, Maler, 1886–1970, Prag – Wien – Kalifornien

Prager Radierer, Schüler Ungers und Schmutzers, Rompreis 1912; Bildnis Sigmund Freuds 1914, ab 1927 in den USA, zuletzt in Sausalito.

Max Pollak wurde 1886 in Prag geboren und trat 1902 an die Wiener Akademie ein, wo er bei William Unger und Ferdinand Schmutzer Malerei und Druckgrafik studierte. 1912 erhielt er als erster Radierer den Rompreis. Im Ersten Weltkrieg war er offizieller Kriegsmaler; er zeigte Kriegsgefangene und Flüchtlinge, etwa in der Mappe „Im Barackenlager Nikolsburg“. Im Dezember 1927 kam er nach New York, nach einer Rückkehr nach Wien 1938 ließ er sich in San Francisco nieder. Er starb 1970 in Sausalito.

Pollak radierte Bildnisse in Kaltnadel, Tänzerinnen und Stadtansichten. Sein bekanntestes Porträt zeigt Sigmund Freud 1914 an seinem Schreibtisch; Freud wurde sein Freund und kaufte mehrere Arbeiten. In New York entstanden Radierungen von Manhattan und der Lower East Side, einige erschienen in Theodore Dreisers „My City“ (1929). In Kalifornien radierte er San Francisco, die Golden Gate Bridge und Sausalito, Reisen nach Mexiko und Guatemala lieferten weitere Motive.

Pollaks Radierungen sind meist mit Bleistift signiert und zeigen einen deutlichen Plattenrand. Er wird gelegentlich mit anderen Künstlern gleichen Namens verwechselt; Motiv, Technik und Signatur klären die Zuordnung. Wiener und Prager Blätter stammen meist aus der Zeit vor 1927, amerikanische Motive aus US-Besitz. Das Freud-Bildnis ist auch als Reproduktion verbreitet, die keinen Plattenrand zeigt.

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