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Künstler: Expressionismus

Helene Funke

Malerin, Grafikerin, 1869–1957, Chemnitz – Paris – Wien

Malerin aus Chemnitz, die in Paris mit den Fauves ausstellte und ab 1913 in Wien lebte; Trägerin des Österreichischen Staatspreises von 1928.

Helene Funke studierte ab 1899 gegen den Willen ihrer Industriellenfamilie an der Münchner Damenakademie und lebte von 1905 bis 1913 in Frankreich, wo sie in engem Kontakt mit den Fauves stand und bei den Indépendants ausstellte. 1913 übersiedelte sie nach Wien, wo sie bis zu ihrem Tod 1957 lebte. Sie stellte in der Secession und in der Kunstschau aus, gehörte 1918 der Gruppe „Bewegung“ an, später der Wiener Frauenkunst und dem Deutschen Künstlerbund. 1928 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für „Tobias und der Engel“.

Funkes Bilder der französischen Jahre zeigen kräftige, ungebrochene Farben, dunkle Konturen und flächige Formen im Sinne des Fauvismus. Das Stillleben blieb ihr lebenslanges Experimentierfeld; häufig malte sie Gruppen oder Paare von Frauen, dazu Akte, Interieurs und Landschaften. In Wien kamen religiöse und allegorische Bilder hinzu. Oskar Laske stellte sie in seinem Gemälde „Das Narrenschiff“ im Belvedere dar. Retrospektiven in Wien 1998, Linz 2007 und Chemnitz 2018 machten ihr Werk wieder bekannt.

Funkes Arbeiten sind am Markt selten; viele Bilder blieben in Wiener Privatbesitz und tauchen aus Verlassenschaften auf. Signatur und Datierung sind mit publizierten Werken abzugleichen. Fauvistisch gemalte Bilder ohne Signatur werden ihr gelegentlich zugeschrieben. Radierungen sind auf Bleistiftsignatur, Plattenrand und Papier zu prüfen. Rückseitige Pariser Händler- oder Salon-Etiketten sind wertvolle Hinweise.

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