Künstler: Expressionismus
Franz Wiegele
Maler, 1887–1944, Nötsch im Gailtal
Maler des Nötscher Kreises; Studien in Paris, Internierung in Nordafrika, Zürcher Jahre und Rückkehr nach Nötsch, wo ihn 1944 ein Bombenangriff tötete.
Franz Wiegele, Sohn eines Schlossers mit eigener Schmiede in Nötsch, studierte ab 1907 an der Wiener Akademie bei Griepenkerl, Lefler und Bacher und gründete 1909 die Neukunstgruppe mit. 1912/13 kopierte er mit der Familie Kolig im Louvre, 1913 studierte er in Colmar den Isenheimer Altar. 1914 in Algerien vom Kriegsausbruch überrascht, wurde er interniert, kam nach schwerer Lungenkrankheit in die Schweiz und arbeitete ab 1917 in Zürich, gefördert von den Familien Reinhart und Gonzenbach sowie Hermann Hesse. 1927 kehrte er nach Nötsch zurück.
Wiegeles frühe Arbeiten sind genau und naturalistisch; „Akte im Wald“ (1910) zeigte die Neukunstgruppe 1911 im Hagenbund. Bildnisse bilden einen großen Teil des Werks, später Familienbilder wie „Die glückliche Familie“ (1932/33). Ab 1937 schränkte ihn ein Augenleiden ein, er modellierte Büsten, vor allem seiner Mutter, bis er 1938 wieder sehen konnte. Am 17. Dezember 1944 trafen Fliegerbomben sein Haus; er, seine Mutter, seine Schwester und deren Pflegetochter kamen ums Leben, viele Werke wurden zerstört.
Wegen des kleinen Werkumfangs und der Verluste von 1944 ist jedes Gemälde Wiegeles am Markt eine Ausnahme; Zuschreibungen verlangen Herkunft und Vergleich mit dem Museum des Nötscher Kreises und dem Belvedere. Bildnisse aus den Zürcher Jahren stammen teils aus Schweizer Besitz. Bilder aus dem Umfeld des Nötscher Kreises werden mitunter zwischen den Malern verwechselt; Farbaufbau, Pinselführung und Motive helfen bei der Unterscheidung.
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