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Künstler: Expressionismus

Herbert Boeckl

Maler, 1894–1966, Klagenfurt – Wien

Kärntner Expressionist; die „Anatomie“-Bilder von 1931 und die Fresken der Engelkapelle in Seckau zählen zu seinen Hauptwerken.

Herbert Boeckl stammte aus Klagenfurt. Nachdem ihn die Wiener Akademie abgelehnt hatte, studierte er ab 1912 Architektur an der Technischen Hochschule und war Privatschüler von Adolf Loos; als Maler bildete er sich weitgehend selbst. 1935–1939 war er Professor für die allgemeine Zeichenschule an der Akademie, danach leitete er Abendakt-Kurse. 1945/46 und 1962–1965 stand er der Akademie als Rektor vor. Von 1952 bis 1960 malte er die Fresken der Engelkapelle im Stift Seckau. Boeckl starb 1966 in Wien.

Boeckls Bilder der 1920er Jahre sind pastos, mit dicker, fast reliefartiger Farbe: Landschaften aus Kärnten, Akte und Familienbildnisse. 1931 entstanden nach Studien im Seziersaal die „Anatomie“-Bilder, die den menschlichen Körper ohne Beschönigung zeigen. Später wurde seine Malweise heller und strukturierter, mit Anklängen an Cézanne und den Kubismus. Die Seckauer Fresken zur Apokalypse verbinden expressive Farbe mit großflächiger Komposition. Aquarelle und Zeichnungen begleiten alle Phasen.

Boeckls pastose Frühwerke reagieren empfindlich auf Temperatur und Transport; Risse und Ausbrüche in der Farbschicht sind zu prüfen. Aquarelle der späten Jahre kommen häufiger in den Handel als Ölbilder. Signatur und Datierung sind mit Beständen im Belvedere und im Museum Moderner Kunst Kärnten abzugleichen. Druckgrafik spielt bei ihm eine untergeordnete Rolle, Lithografien erscheinen vereinzelt in Mappen.

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