Gustav Siegel im 1. Bezirk, 1010 Wien
Gustav Siegel und die Postsparkasse: Fauteuils aus Bugholz
In Otto Wagners Postsparkasse am Georg-Coch-Platz stehen Fauteuils nach einem Entwurf Gustav Siegels, des Chefdesigners von Jacob & Josef Kohn.
Otto Wagners Postsparkasse am Georg-Coch-Platz (1904–1906) ist einer der Schlüsselbauten der Wiener Moderne im Stubenviertel. Für ihre Ausstattung entstanden Fauteuils nach einem Entwurf Gustav Siegels. Der gelernte Tischler hatte ab 1899 bei Josef Hoffmann an der Kunstgewerbeschule am Stubenring studiert und wurde auf dessen Empfehlung Chefdesigner der Bugholzfirma Jacob & Josef Kohn. Siegel führte Bugholz mit quadratischem statt rundem Querschnitt ein – ein Detail, das zur strengen Gliederung von Wagners Kassensaal passt.
Bugholzmöbel nach Entwürfen der Wiener Moderne werden häufig nachgebaut. Originale von Jacob & Josef Kohn tragen oft Brandstempel oder Papieretiketten unter der Zarge, dazu alte Schrauben und eine gealterte Oberfläche. Siegels quadratisch gebogene Hölzer sind ein klares Unterscheidungsmerkmal gegenüber runden Thonet-Profilen. Aus Kanzleien und Büros der Inneren Stadt, die aufgelöst werden, kommen Sessel und Fauteuils dieser Art in den Handel; wir begutachten sie auch direkt im Büro.
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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