Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Neue Sachlichkeit

Kunstbewegung, um 1920–1933

Kühle, genaue Malerei der Weimarer Zeit nach der Mannheimer Ausstellung von 1925 – in Österreich mit Wacker, Schatz und Pauser vertreten.

Gustav Friedrich Hartlaub zeigte 1925 in der Kunsthalle Mannheim die Ausstellung „Die neue Sachlichkeit“ und gab der Richtung den Namen. Nach dem Expressionismus wandten sich Maler einer nüchternen, präzisen Darstellung der Nachkriegswirklichkeit zu. Ein linker, gesellschaftskritischer Flügel um Otto Dix und George Grosz stand einem ruhigeren, klassizistischen gegenüber. Christian Schad lebte 1925 bis 1927 in Wien und malte dort Porträts der Gesellschaft.

Die Bilder zeigen scharf umrissene Figuren, glatte, fast unsichtbare Pinselführung, kühle Farben und eine Bühnenraum-Perspektive. Themen: Porträt, Großstadt, Prostitution, Kriegsversehrte, Technik, Stillleben mit Alltagsdingen. Die Fotografie des Neuen Sehens mit Albert Renger-Patzsch und August Sander teilt den sachlichen Blick. Im Design entspricht die Neue Sachlichkeit dem Funktionalismus mit Stahlrohr, Glas und glatten Flächen. Druckgrafik dient der sozialen Anklage, etwa bei Dix' Radierzyklus „Der Krieg“ von 1924. Stillleben folgen strenger Frontalität.

In Österreich vertreten Rudolf Wacker, Otto Rudolf Schatz, Carry Hauser, Sergius Pauser, Herbert Ploberger, Viktor Tischler und Franz Lerch die Richtung. Der Hagenbund stellte sie in der Zedlitzhalle in der Innenstadt aus. Das Belvedere zeigt österreichische Malerei der Zwischenkriegszeit. Im Wiener Handel sind Gemälde, Aquarelle, Holzschnitte und Fotografien dieser Jahre gefragt. Carry Hauser gehörte dem Hagenbund an und schuf auch Holzschnittzyklen.

Neusachliche Bilder sind oft auf Holz oder Hartfaser gemalt, mit sehr dünnem Farbauftrag. Signatur, Datierung und Ausstellungsetiketten des Hagenbunds oder der Secession helfen bei der Zuordnung. Bei Fotografien unterscheiden Vintage-Abzüge auf Silbergelatinepapier der Zeit sich von späteren Abzügen durch Papierton, Stempel und Format. Rahmen der Zeit sind oft schlichte, flache Leisten in Silber oder Schwarz.

Woran man es erkennt

  • scharf umrissene, statische Figuren
  • glatte, kaum sichtbare Pinselführung
  • kühle Farbigkeit
  • Bühnenraum-Perspektive
  • Porträt und Großstadtmotiv
  • Stillleben mit Alltagsgegenständen
  • sozialkritische Druckgrafik
  • Fotografie des Neuen Sehens

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.