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Künstler: Alte Meister

Bernardo Bellotto

Vedutenmaler, Radierer, 1722–1780, Venedig – Dresden – Wien – Warschau

Neffe Canalettos, der 1759 bis 1761 für Maria Theresia eine Folge von Wiener Stadtansichten malte, heute im Kunsthistorischen Museum.

Bernardo Bellotto lernte bei seinem Onkel Canaletto in Venedig und ging 1747 als Hofmaler an den sächsischen Hof nach Dresden. 1759 kam er nach Wien und malte für Maria Theresia bis Anfang 1761 Ansichten der Stadt und kaiserlicher Schlösser. Nach Aufenthalten in München und erneut in Dresden wurde er 1768 Hofmaler des polnischen Königs Stanislaus August Poniatowski in Warschau, wo er 1780 starb.

Die Wiener Folge zeigt unter anderem die Freyung, den Lobkowitzplatz, den Neuen Markt, die Dominikanerkirche, Schloss Schönbrunn und Wien, vom Belvedere aus gesehen. Bellotto arbeitete kühler als Canaletto, mit scharf gezeichneten Schatten, grünlichen Tönen und genauer Wiedergabe von Mauerwerk und Pflaster. Er radierte selbst großformatige Ansichten, vor allem von Dresden und Pirna. Die Staffage zeigt Bürger, Händler, Kutscher und Soldaten im Wien Maria Theresias.

In Mitteleuropa signierte Bellotto häufig „Bernardo Bellotto detto il Canaletto“, was bis heute zu Verwechslungen mit seinem Onkel führt. Seine Radierungen sind im Handel seltener als Reproduktionen. Die Wiener Ansichten wurden im 18. und 19. Jahrhundert kopiert und als Drucke verbreitet; Bildträger, Malschicht und die Präzision der Architekturzeichnung unterscheiden Kopie und Original.

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