Turkmenen & Zentralasien, Turkmenistan und Nordafghanistan
Engsi
Turkmenischer Türbehang der Jurte mit geviertem Feld; Engsi tragen kleine Ornamentreihen, ein Elem und oft eine Nische am oberen Ende.
Der Engsi hing als Türbehang vor dem Eingang der turkmenischen Jurte. Tekke, Yomut, Saryk, Ersari und andere Stämme knüpften Engsi, die zu den am häufigsten gesammelten turkmenischen Formaten gehören. Im Handel heißt das Format auch Hatschlu, nach dem Kreuz, das die Feldaufteilung bildet. Die meisten Stücke stammen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und kamen über Buchara und russische Händler nach Europa.
Ein Engsi misst meist um 1,2 × 1,5 m. Senkrechte und waagrechte Bänder teilen das Feld in vier Felder, die kleine Kandelaber- oder Baumornamente in Reihen tragen. Am oberen Ende steht häufig eine kleine Nische, am unteren Ende ein breites Elem. Kette, Schuss und Flor sind aus Wolle; Knotenart und Dichte folgen dem jeweiligen Stamm, zwischen etwa 150.000 und 400.000 Knoten/m². Der Grund ist rot bis braunviolett.
Engsi des 19. Jahrhunderts sind bei Sammlern gefragt; die Stammeszuordnung bestimmt die Bewertung wesentlich. Weil sie als Behang dienten, sind viele Engsi weniger abgelaufen als Bodenteppiche, zeigen aber Mottenfraß, Lichtschäden und Verluste an den Rändern. Häufig fehlen Teile des Elem oder der Kelimenden. Nachknüpfungen aus Afghanistan und Pakistan folgen dem Muster, haben aber oft eine Baumwollkette.
Woran man es erkennt
- Durch ein Kreuz geviertes Feld
- Reihen kleiner Kandelaber- oder Baumornamente
- Elem am unteren Ende
- Formate um 1,2 × 1,5 m
- Rot bis braunvioletter Grund
- Auch Hatschlu genannt
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