Turkmenen & Zentralasien, Buchara, Usbekistan (Handelsname)
Buchara
Usbekische Handelsstadt, deren Name im Teppichhandel für turkmenische Teppiche mit Gul-Muster steht, unabhängig vom Stamm.
Buchara war bis 1920 Hauptstadt des Emirats Buchara und über Jahrhunderte ein zentraler Markt der Seidenstraße. Im 19. Jahrhundert verkauften turkmenische Stämme ihre Teppiche auf den Basaren der Stadt, von wo sie nach Russland und Europa gelangten. Deshalb bürgerte sich Buchara im europäischen Handel als Sammelname für turkmenische Teppiche ein, obwohl in der Stadt selbst kaum geknüpft wurde.
Ein als Buchara angebotener Teppich zeigt in der Regel Reihen von Gul, meist Tekke-Gul, auf rotem Grund, mit schmalen Bordüren und Kelimenden. Welche Gruppe ihn knüpfte, lässt sich nur über Aufbau, Knoten und Wolle bestimmen: Tekke, Yomut, Saryk und Ersari unterscheiden sich in Knotenart, Farbe und Gul-Typ. Neuere Ware mit dem Etikett Buchara stammt häufig aus Pakistan, Afghanistan oder Iran und folgt der Musterordnung, nicht der Bauweise der Originale.
Für die Bewertung ist die Unterscheidung zwischen turkmenischem Altstück und späterer Nachknüpfung entscheidend. Wollkette, Pflanzenfarben, unregelmäßige Gul und Kelimenden weisen auf ein altes Stück; Baumwollkette und gleichmäßig maschinell gesponnene Wolle sprechen für eine jüngere Arbeit. Abgelaufener Flor, Mottenfraß und abgeschnittene Kelimenden sind häufig. Die Bezeichnung Buchara allein sagt über Alter und Herkunft nichts aus.
Woran man es erkennt
- Handelsname, keine Herkunftsangabe
- Gul-Reihen auf rotem Grund
- Meist Tekke-Gul
- Altstücke mit Wollkette und Kelimenden
- Nachknüpfungen aus Pakistan, Afghanistan und Iran
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