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Material: Punzen & Marken

Jahresstempel und Dreherzeichen

Eingeprägte Jahreszahlen und Werkstattzeichen im Wiener Porzellan ab 1784, die eine Datierung auf das Jahr genau erlauben.

Ab 1784 prägte die Wiener Porzellanmanufaktur die Jahreszahl der Herstellung in den ungebrannten Scherben ein: bis 1800 zweistellig, etwa 89 für 1789, danach dreistellig von 800 für 1800 bis 864 für 1864. Dazu kamen Dreherzeichen, eingeprägte Ziffern oder Buchstaben, die den Dreher oder Former bezeichneten, sowie aufgemalte Malernummern. Damit gehört Alt-Wiener Porzellan zu den am genauesten datierbaren Porzellanen Europas. Die Malernummern lassen sich teils einzelnen Malern zuordnen.

Die Prägungen sitzen auf der Unterseite, meist nahe dem Standring, und sind von Glasur überzogen. Weil sie vor dem Brand eingedrückt wurden, haben sie weiche, glasierte Ränder; nachträglich eingravierte Zahlen zeigen dagegen scharfe, unglasierte Kanten. Schräges Licht macht flache Ziffern lesbar. Eine Zahl wie 816 bedeutet 1816 und ist keine Modellnummer. Bei Tassen tragen Obertasse und Untertasse jeweils eigene Prägungen; stark abweichende Jahreszahlen deuten auf spätere Zusammenstellungen.

Jahresstempel verbinden ein Stück mit einer Phase der Manufaktur, etwa der Sorgenthal-Zeit ab 1784 oder dem Biedermeier. Tassen, Teller und Vasen mit lesbarer Jahreszahl, guter Malerei und unbeschädigtem Gold sind gesucht. Fehlt bei angeblichem Alt-Wien jede Prägung, handelt es sich oft um eine spätere Nachahmung.

So prüfen Sie es

  • zweistellige Zahlen 84 bis 99
  • dreistellige Zahlen 800 bis 864
  • glasierte, weiche Ränder der Prägung
  • Dreherzeichen neben der Jahreszahl
  • aufgemalte Malernummer

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.