Manufaktur: Porzellan
Zsolnay
Pécs (Fünfkirchen), Ungarn, seit 1853
Keramikmanufaktur in Pécs, 1853 gegründet; Eosinglasur, Pyrogranit für Bauten des Historismus und Jugendstilgefäße mit der Fünftürme-Marke.
Miklós Zsolnay gründete 1853 in Pécs eine Steingutfabrik, die sein Sohn Vilmos Zsolnay ab 1865 übernahm und zu einem der bedeutendsten Keramikbetriebe Europas ausbaute. Auf der Pariser Weltausstellung 1878 erhielt er eine Goldmedaille. Zsolnay lieferte Bauschmuck aus frostbeständiger Pyrogranit-Keramik für zahlreiche Bauten in Budapest und anderen Städten der Monarchie, darunter die Dächer des Kunstgewerbemuseums und der Matthiaskirche. Die Manufaktur produziert bis heute in Pécs.
1893 entwickelte Vilmos Zsolnay mit dem Chemiker Vince Wartha die Eosinglasur, einen irisierenden, metallisch schimmernden Lüster in Rot-, Grün- und Violetttönen. Damit entstanden Jugendstilvasen mit Pflanzen, Tieren und Frauengestalten, oft nach Entwürfen von Lajos Mack und anderen Künstlern. Frühere Arbeiten zeigen orientalisierende Durchbruchsmuster im sogenannten Porzellanfayence-Material. Später kamen Figuren, Tierplastiken und Geschirr hinzu. Die Glasur entsteht in einem reduzierenden Brand und zeigt je nach Lichteinfall wechselnde Farben.
Die Marke zeigt fünf Türme, die auf den deutschen Stadtnamen Fünfkirchen anspielen, häufig mit dem Schriftzug „Zsolnay Pécs“, gedruckt oder eingeprägt, dazu Modell- und Dekornummern. Nachkriegsware trägt eine vereinfachte Marke. Eosinglasuren der Zeit um 1900 zeigen tiefe, wechselnde Farben; spätere Eosin-Tierfiguren sind meist grün-golden und in großer Zahl erhalten. Durchbruchsgefäße sind empfindlich gegen Bruch an den Stegen. Pyrogranitteile tauchen bei Abbrüchen auf.
Entwerfer & Personen
- Miklós Zsolnay
- Vilmos Zsolnay
- Vince Wartha
- Lajos Mack
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Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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