Manufaktur: Keramik
Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik
Gmunden und Wien, 1913 bis in die 1920er-Jahre
1913 aus Wiener Keramik und Gmundner Keramik entstandene Firma; führte Powolnys Putten und Figuren der Wiener Moderne in Gmunden weiter.
1913 vereinigten sich die Wiener Keramik von Michael Powolny und Bertold Löffler und die Gmundner Keramik von Franz Schleiss. Das neue Unternehmen produzierte in Gmunden am Traunsee und vertrieb in Wien. Damit verband sich das künstlerische Programm der Wiener Moderne mit der handwerklichen Tradition der Gmundner Hafner. Während des Ersten Weltkriegs und danach ging die Produktion zurück; in den 1920er-Jahren trennten sich die Wege, und in Gmunden firmierte der Betrieb wieder unter dem Namen Gmundner Keramik.
Weiter ausgeformt wurden die Putten, Jahreszeiten- und Tierfiguren nach Michael Powolny, dazu Vasen, Dosen und Gefäße mit schwarz-weißen und farbigen Dekoren. Neue Entwürfe kamen von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Umfeld der Kunstgewerbeschule, darunter Ida Schwetz-Lehmann mit Figuren. Neben Ziergegenständen entstand Gebrauchskeramik mit Gmundner Dekoren. In den Kriegsjahren fertigte die Firma auch patriotische Erinnerungsstücke und Gedenkteller. Viele Stücke wurden weiterhin über die Wiener Werkstätte verkauft.
Die Marken kombinieren die Initialen der Gründerfirmen mit der Ortsangabe Gmunden, eingeprägt oder gestempelt, oft zusammen mit Entwerfermonogrammen und Modellnummern. Gegenüber Stücken der Wiener Keramik zwischen 1906 und 1913 unterscheiden sie sich in Marke, Scherben und Glasur. Da Powolny-Modelle über Jahrzehnte nachgeformt wurden, ist die Marke das wichtigste Datierungsmerkmal. Glasurabplatzer an Kanten und verlorene Teile wie Blüten oder Hörner mindern deutlich.
Entwerfer & Personen
- Michael Powolny
- Bertold Löffler
- Franz Schleiss
- Ida Schwetz-Lehmann
Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik verkaufen: in allen 23 Bezirken
Wir kommen zur Besichtigung in jeden Bezirk.
Ebenfalls: Keramik
- Amphoraseit 1892
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- De Porceleyne Flesseit 1653
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wächtersbachseit 1832
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wienerbergerseit 1819
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular