Manufaktur: Keramik
Keramos
Wien, Zwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
Wiener Kunstkeramik der Zwischenkriegszeit; Figuren, Tänzerinnen, Masken und Tiere aus Keramik und Porzellan mit Marke „Keramos Wien“.
Keramos war eine Wiener Firma für Kunstkeramik und Porzellan, die in der Zwischenkriegszeit tätig war und Figuren für den österreichischen Markt und den Export herstellte. Sie stand in direkter Konkurrenz zu Friedrich Goldscheider und arbeitete wie diese mit freien Bildhauern zusammen, deren Modelle in Serie ausgeformt wurden. Die Firmengeschichte ist nur lückenhaft dokumentiert. Keramos-Figuren sind in Wiener Haushalten häufig erhalten.
Modelle lieferten unter anderem Ida Schwetz-Lehmann, Franz Barwig, Stefan Dakon und Eduard Klablena. Das Programm umfasste Tänzerinnen in Kostümen, Damen in Mode der 1920er- und 1930er-Jahre, Akte, Kinder, Tiergruppen und Wandmasken, ausgeführt in bemalter und glasierter Keramik, teils auch in Porzellan. Die Farbgebung ist kräftig, mit Schwarz, Orange, Gelb und Grün, die Formensprache folgt dem Art déco. Neben Figuren entstanden Vasen, Dosen und Lampenfüße. Einige Modelle wurden in mehreren Größen und Farbstellungen angeboten.
Die Stücke tragen eine gestempelte Marke mit dem Schriftzug „Keramos“ und „Wien“, oft mit „Made in Austria“, dazu eingeprägte Modellnummern und mitunter Künstlersignaturen. Weil viele Modelle Goldscheider-Figuren ähneln, entscheidet die Marke über die Zuschreibung. Glasierte Keramik ist empfindlicher als Porzellan: Absplitterungen an Kanten, Haarrisse in der Glasur und abgebrochene Gliedmaßen sind häufig. Übermalte Klebestellen lassen sich unter UV-Licht erkennen. Originalfassungen sind matt.
Entwerfer & Personen
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Ebenfalls: Keramik
- Amphoraseit 1892
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- De Porceleyne Flesseit 1653
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Wächtersbachseit 1832
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wienerbergerseit 1819
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