Manufaktur: Keramik
Fayencemanufaktur Holitsch
Holitsch (Holíč), Westslowakei, 1743–1827
Kaiserliche Fayencemanufaktur in Holitsch, 1743 von Franz Stephan von Lothringen gegründet; Fayencen für den Wiener Hof, Marke „HF“.
Franz Stephan von Lothringen, der Gemahl Maria Theresias, gründete 1743 auf seiner Herrschaft Holitsch an der March, nahe der heutigen Grenze zwischen der Slowakei und Tschechien, eine Fayencemanufaktur. Sie belieferte den Wiener Hof und den Adel der Monarchie mit Tafelgeschirr und Ziergegenständen. Fachkräfte kamen aus Straßburg und anderen europäischen Fayencezentren, aber auch aus der Tradition der Habaner. Ab 1786 stellte die Manufaktur zunehmend Steingut her und wurde 1827 geschlossen.
Bekannt sind Terrinen in Form von Tieren, Gemüse und Früchten, etwa Enten, Truthähnen, Kohlköpfen und Melonen, die als Tafelschmuck dienten. Dazu kommen Teller und Platten mit Blumenmalerei in der Art von Straßburg, Landschaften und Chinoiserien in Scharffeuerfarben, Krüge, Apothekergefäße und Uhrgehäuse. Die Malerei verwendet Blau, Grün, Gelb, Manganviolett und ein charakteristisches Rotbraun. Später entstand Steingut nach englischem Vorbild. Viele Terrinen sind in Museen in Wien, Bratislava und Budapest erhalten.
Die Marke besteht aus den Buchstaben „HF“ für Holitscher Fabrik, in Mangan, Blau oder Schwarz gemalt, später auch „Holitsch“ eingeprägt auf Steingut. Viele Stücke sind ungemarkt. Holitsch wurde im 19. Jahrhundert nachgeahmt, und auch andere Manufakturen fertigten ähnliche Tierterrinen. Bei Fayence sind Glasurabplatzer an Rändern, Restaurierungen und ergänzte Deckelknäufe häufig; Brennrisse aus der Entstehungszeit gelten dagegen nicht als Schaden. Fehlende Deckel mindern stark.
Entwerfer & Personen
- Franz Stephan von Lothringen
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