Manufaktur: Keramik
Amphora
Turn bei Teplitz, Nordböhmen, seit 1892
Keramikfabrik Riessner, Stellmacher & Kessel in Turn-Teplitz, 1892 gegründet; Jugendstilvasen mit Frauenköpfen, Drachen und glasierten Schmucksteinen.
Hans Riessner, Rudolf Kessel und Eduard Stellmacher gründeten 1892 in Turn bei Teplitz eine Fabrik für Porzellan und Kunstkeramik, die unter dem Markennamen Amphora international bekannt wurde. Sie zeigte ihre Arbeiten auf internationalen Ausstellungen um 1900 und belieferte Händler in ganz Europa und Amerika. Paul Dachsel arbeitete als Entwerfer für die Firma, bevor er 1904 eine eigene Werkstatt gründete. Nach dem Ersten Weltkrieg führte das Unternehmen als Amphora-Werke den Betrieb in der Tschechoslowakei fort.
Bekannt sind Vasen in phantastischen Formen: Gefäße mit plastischen Frauenköpfen und Haaren aus Blüten, Drachen und Fabeltieren, die sich um den Körper winden, Henkel in Form von Ästen und Wurzeln. Oberflächen mit matten, perlmuttartigen oder metallischen Glasuren werden durch aufgesetzte, glasierte Schmucksteine ergänzt. Daneben entstanden Porzellanfiguren, Büsten und Ziergefäße im Stil des Historismus. In der Zwischenkriegszeit wurden die Formen ruhiger.
Die Marken sind meist eingeprägt: „RStK“, „Amphora“, „Turn-Teplitz“ und „Austria“ oder „Bohemia“, häufig mit Krone in einem Oval, dazu Modellnummern; nach 1918 erscheint „Czechoslovakia“. Die Kombination von Marken und Modellnummern erlaubt eine grobe Datierung. Abgebrochene Drachenköpfe, Spitzen und Schmucksteine sind häufig und wurden oft ergänzt. Übermalte Restaurierungen sind unter UV-Licht erkennbar. Nachahmungen tragen meist keine eingeprägten Nummern. Originale Glasuren zeigen feine Farbübergänge.
Entwerfer & Personen
- Hans Riessner
- Rudolf Kessel
- Eduard Stellmacher
- Paul Dachsel
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Ebenfalls: Keramik
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
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- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
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- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
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- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Wächtersbachseit 1832
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wienerbergerseit 1819
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