Manufaktur: Glas & Kristall
Theresienthal
Zwiesel (Bayerischer Wald), seit 1836
Glashütte bei Zwiesel, 1836 gegründet und nach Königin Therese benannt; mundgeblasene Kelchgläser mit Email und Goldrand.
Die Hütte im Bayerischen Wald entstand 1836 und trägt den Namen der bayerischen Königin Therese. Ab 1861 gehörte sie der Familie von Poschinger, die mehrere Glashütten der Region besaß. Theresienthal spezialisierte sich auf mundgeblasenes und von Hand veredeltes Kelchglas und blieb bis ins 21. Jahrhundert ein Manufakturbetrieb mit Hüttenarbeit am offenen Hafen. Die Familie von Poschinger betreibt in Frauenau bis heute eine eigene Glashütte.
Charakteristisch sind schlanke Kelche in Grün, Rubin, Blau oder farblos, mit Emailmalerei, Goldrand und gestaffelten Stielen. Um 1900 entstanden Jugendstilgläser mit gezogenen, blütenartigen Kelchen, die als Theresienthaler Jugendstilgläser bekannt wurden. Viele Modelle blieben über Jahrzehnte im Programm und werden bis heute nach alten Vorlagen gefertigt. Daneben fertigte die Hütte Römer, Wappenpokale und Gläser für Hotels und Gaststätten, oft mit eingebranntem Monogramm der Besteller.
Ältere Gläser sind meist ungemarkt; neuere tragen eine Ätzmarke oder ein Etikett „Theresienthal“. Für die Datierung zählen Glasfarbe, Abnutzung der Vergoldung und die Ausführung des Fußes. Nachfertigungen der Jugendstilmodelle sind formgetreu und lassen sich oft nur über Gebrauchsspuren, Marken, Etiketten oder Rechnungen vom Stück um 1900 unterscheiden. Gläser mit gezogenen Stielen und farbigen Fußplatten sind anfällig für Spannungsrisse, die sich vom Stielansatz ausbreiten.
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