Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Stimmungsimpressionismus

Kunstbewegung, um 1870–1900

Österreichische Landschaftsmalerei um Emil Jakob Schindler, die Stimmung und Licht über das Motiv stellte – mit Tina Blau, Wisinger-Florian und Egner.

Die Bezeichnung entstand in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts für eine Gruppe österreichischer Landschaftsmaler, die ab den 1870er-Jahren unter dem Eindruck der Schule von Barbizon und der Freilichtmalerei arbeiteten. Mittelpunkt war Emil Jakob Schindler, der ab 1885 im Schloss Plankenberg bei Neulengbach Schülerinnen und Schüler um sich sammelte. Mehrere Frauen gehörten zum Kreis, obwohl ihnen die Akademie bis 1920 verschlossen blieb.

Die Bilder zeigen Landschaften des Wienerwalds, der Donauauen, des Praters, der Wachau und der Küste, aber auch Gärten und Dorfwinkel. Entscheidend ist die Stimmung: Dunst, Morgenlicht, Regen, Spätherbst. Die Farbigkeit ist gedämpft, mit tonigen Grün-, Grau- und Brauntönen, die Pinselführung locker, aber weniger aufgelöst als im französischen Impressionismus. Formate sind häufig mittelgroß, Studien auf Holz oder Karton entstehen vor dem Motiv. Olga Wisinger-Florian malte Blumen- und Gartenbilder in kräftigeren Farben.

Tina Blaus „Frühling im Prater“ von 1882 im Belvedere gilt als Schlüsselbild der Richtung. Edmund Hellmer schuf das Denkmal für Schindler im Stadtpark. Schindlers Schüler Carl Moll führte die Tradition in die Secession weiter. Im Wiener Handel gehört der Stimmungsimpressionismus zu den gefragten Sammelgebieten; Studien, Aquarelle und Gemälde erscheinen regelmäßig aus Wiener Familienbesitz. Marie Egner unterhielt in Wien eine Malschule für Frauen.

Viele Bilder sind signiert, aber nicht datiert; Motive, Signaturform und Malträger helfen bei der Datierung. Kopien und Schülerarbeiten sind verbreitet, besonders nach Schindler und Wisinger-Florian. Echtheitsmerkmale sind organisch gewachsenes Craquelé, Leinwandstempel Wiener Malmittelhändler und Ausstellungsetiketten des Künstlerhauses auf der Rückseite. Kleinformatige Ölstudien auf Holz zeigen oft Reißnagellöcher und Spuren der Malkastenhalterung.

Woran man es erkennt

  • Landschaft als Stimmungsträger
  • Dunst, Morgenlicht und Regenstimmung
  • tonige Grün-, Grau- und Brauntöne
  • lockerer, aber gebundener Pinselstrich
  • Motive aus Wienerwald, Prater und Donauauen
  • Freilichtstudien auf Holz und Karton
  • Garten- und Blumenbilder
  • Etiketten des Wiener Künstlerhauses

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.