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Nordafrika, Marokko

Boucherouite

Marokkanische Teppiche aus Stoffresten, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in leuchtenden, oft synthetischen Farben geknüpft.

Boucherouite leitet sich vom marokkanisch-arabischen Ausdruck für zerrissene oder gebrauchte Kleidung ab. Als Wolle in den Dörfern teurer wurde und Altkleider aus Baumwolle und Kunstfaser verfügbar waren, begannen Frauen etwa ab den 1960er Jahren, Teppiche aus Stoffstreifen zu knüpfen. Sie entstanden für den eigenen Bedarf, nicht für den Verkauf. Seit den 2000er Jahren finden sie im Westen Käufer und Sammler.

Boucherouite werden aus Streifen alter Textilien geknüpft, aus Baumwolle, Viskose, Polyester oder Nylon, auf einer Kette aus Baumwolle oder Kunstfaser. Die Technik folgt der Berberknüpferei, mit dem symmetrischen Knoten und niedriger Dichte; der Flor ist unregelmäßig, teils kurz, teils zottig. Muster und Farben sind frei: Rauten, Streifen, Felder und Zeichen in leuchtendem Pink, Orange, Türkis, Gelb und Violett. Die Formate sind meist klein bis mittelgroß.

Boucherouite sind kein antikes Gut, werden aber als Volkskunst und Einrichtungsstück gesammelt. Für die Bewertung zählen Komposition, Farbwirkung und Zustand. Das gemischte Material verhält sich bei Nässe unterschiedlich: Kunstfasern schrumpfen kaum, Baumwolle und Viskose verziehen sich, Farben bluten. Typische Mängel sind ausgerissene Stoffstreifen, Flecken und Verformungen. Neue Stücke für den Export sind häufig gleichmäßiger aufgebaut.

Woran man es erkennt

  • Geknüpft aus Stoffstreifen
  • Baumwolle, Viskose und Kunstfaser gemischt
  • Leuchtende, freie Farben
  • Unregelmäßiger, teils zottiger Flor
  • Symmetrischer Knoten, niedrige Dichte

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.