Die Familie Webb betrieb im 19. Jahrhundert Glashütten im Raum Stourbridge, dem Zentrum der englischen Kristallglasproduktion westlich von Birmingham. Ab 1855 arbeitete Thomas Webb in der Dennis Glassworks, die zum Stammsitz von Thomas Webb & Sons wurde. In den 1880er-Jahren galt die Firma als führend bei viktorianischem Kameoglas. Im 20. Jahrhundert konzentrierte sie sich auf geschliffenes Kristall; 1990 wurde die Hütte geschlossen.
Die Brüder George und Thomas Woodall schnitten ab den 1880er-Jahren Kameogläser mit weißen Figuren, Blüten und Ornamenten auf farbigem Grund, Einzelstücke von großer Feinheit neben Serienware mit geätztem Dekor. 1886 übernahm Webb eine Lizenz für das in Amerika entwickelte Burmese-Glas, ein Farbglas mit Verlauf von Rosa zu Gelb, und vertrieb es als Queen's Burmese. Dazu kamen Gläser mit Kristallschnitt nach Art des Bergkristalls sowie geschliffene Trinkservice.
Viele Stücke tragen eine Ätzmarke oder einen Schriftzug „Thomas Webb & Sons“; Kameoglas der Woodalls ist teils signiert. Burmese-Glas erkennt man am charakteristischen Farbverlauf und der matten Oberfläche; die Webb-Variante ist oft mit Blüten bemalt. Moderne Kameoglas-Imitationen aus Asien sind geätzt statt geschnitten und wirken gleichförmig. Bei geschliffenem Kristall des 20. Jahrhunderts helfen Ätzmarken und Musternamen bei der Bestimmung. Bei Burmese-Glas verweist eine Ätzmarke mit „Queen's Burmese“ auf Webb.
Entwerfer & Personen
- Thomas Webb
- George Woodall
- Thomas Woodall
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Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
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