Manufaktur: Glas & Kristall
Schott & Gen.
Jena, nach 1945 auch Mainz, seit 1884
1884 in Jena gegründetes Glastechnisches Laboratorium; hitzebeständiges Jenaer Glas mit Entwürfen von Wilhelm Wagenfeld und Gerhard Marcks.
Otto Schott gründete 1884 in Jena gemeinsam mit Ernst Abbe sowie Carl und Roderich Zeiss das Glastechnische Laboratorium Schott & Genossen. Zunächst entstanden optische Gläser für die Mikroskope von Zeiss, dann hitze- und chemikalienbeständiges Borosilikatglas für Labor und Industrie. Ab den 1920er-Jahren kam feuerfestes Haushaltsglas unter dem Namen Jenaer Glas hinzu. Nach 1945 wurde das Stammwerk in Jena volkseigener Betrieb, während Schott in Mainz neu aufgebaut wurde und dort bis heute seinen Sitz hat.
Für den Haushalt verpflichtete Schott Gestalter aus dem Umfeld des Bauhauses. Gerhard Marcks entwarf 1925 die Kaffeemaschine Sintrax, Wilhelm Wagenfeld um 1930 das gläserne Teeservice mit Stövchen, dazu Auflaufformen, Kannen und Milchkrüge. In den 1950er-Jahren prägte Heinrich Löffelhardt das Programm mit schlichten Schalen und Kannen. Die Formen wurden in großen Stückzahlen gepresst oder geblasen und bis in die Gegenwart variiert; Teeservice und Sintrax gehören zu den bekanntesten Industrieentwürfen der Zwischenkriegszeit.
Die Stücke tragen meist eine Prägung oder Ätzmarke mit „Jenaer Glas“ und „Schott & Gen.“, häufig mit Ortsangabe Jena oder Mainz, die eine Zuordnung zur Vor- oder Nachkriegszeit erlaubt. In der DDR erzeugte Ware führt die Bezeichnung des Jenaer Glaswerks. Wagenfeld-Teeservice wurden über Jahrzehnte nachproduziert; frühe Exemplare erkennt man an Marke, Glasstärke, Deckelform und den originalen Siebeinsätzen. Fehlende Stövchen, gesprungene Kannen und nachgekaufte Deckel kommen häufig vor.
Entwerfer & Personen
- Otto Schott
- Ernst Abbe
- Carl Zeiss
- Wilhelm Wagenfeld
- Gerhard Marcks
- Heinrich Löffelhardt
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Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
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