Künstler: Genre & Tiermalerei
Philipp Ferdinand de Hamilton
Tiermaler, Hofmaler, 1664–1750, Brüssel – Wien
Wiener Hofmaler für Tier- und Waldbodenstillleben, älterer Bruder von Johann Georg de Hamilton.
Philipp Ferdinand de Hamilton wurde 1664 in Brüssel geboren und kam um 1705 nach Wien, wo er Kammermaler am Hof wurde. Er arbeitete hier über vier Jahrzehnte und starb 1750 in Wien. Mit seinem Bruder Johann Georg de Hamilton bildete er den Kern der Wiener Tiermalerei in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts; beide lieferten Bilder für Jagdschlösser und Adelssammlungen.
Philipp Ferdinand malte Waldbodenstillleben in der Tradition von Otto Marseus van Schrieck: Pilze, Disteln, Schlangen, Eidechsen, Schmetterlinge und Vögel auf dunklem Grund. Daneben entstanden Geflügelhöfe, Jagdhunde mit Wild und Tierkämpfe. Er arbeitete häufig in kleinem Format auf Kupfer oder Leinwand, mit präzise gemaltem Gefieder und schimmernden Insektenflügeln. Die Bilder entstanden als Dekoration für Jagdschlösser und Kabinette und wurden oft als Paare oder Serien gehängt.
Die Abgrenzung zum Bruder und zu weiteren Familienmitgliedern ist bei unsignierten Stücken schwierig; im Handel wird oft nur „Hamilton“ genannt. Waldbodenstillleben aus dem Wiener Umkreis entstanden auch im späteren 18. Jahrhundert. Bildträger, Malweise des Hintergrunds und die Genauigkeit der Tierdarstellung sind die Kriterien. Signaturen kommen gelegentlich vor, häufig fehlen sie jedoch.
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