Koloman Moser im 19. Bezirk, 1190 Wien
Koloman Moser in Döbling: Wohnhaus auf der Hohen Warte
Auf der Hohen Warte entwarf Josef Hoffmann 1900/01 ein Doppelhaus, in das Moser und der Maler Carl Moll einzogen – der Anfang der Döblinger Künstlerkolonie der Wiener Moderne.
Hoffmanns Doppelhaus von 1900/01 teilten sich zwei Familien: In einer Hälfte wohnte Koloman Moser, in der anderen der Maler Carl Moll. Bald bauten auch die Kunstfotografen Henneberg und Spitzer nebenan, 1906/07 kam das Haus Moll II hinzu. Von hier aus gründete Moser 1903 mit Hoffmann und Fritz Waerndorfer die Wiener Werkstätte; 1905 heiratete er Editha Mautner von Markhof. Unterhalb der Kolonie liegt Heiligenstadt, wo Beethoven 1802 sein Testament schrieb, weiter nördlich Nussdorf mit Otto Wagners Schleusenanlage.
Wer auf der Hohen Warte baute, bestellte die Einrichtung häufig gleich bei der Wiener Werkstätte – Möbel, Silber, Stoffe, vieles nach Entwürfen Mosers und Hoffmanns. In Döblinger Villen sind solche Stücke deshalb eher zu erwarten als anderswo. Für die Zuschreibung zählen Rosenmarke und WW-Monogramm, Künstlermonogramme, bei Silber die Wiener Punzen, bei Möbeln Konstruktion, Holz und Beschläge. Weil 1938 viele Döblinger Familien vertrieben und ihre Einrichtungen zerstreut wurden, prüfen wir die Provenienz, ehe wir ein Angebot machen.
Koloman Moser in anderen Bezirken
Innere Stadt
Fries der Kranzträgerinnen am Secessionsgebäude.
Penzing
Glasfenster der Kirche am Steinhof (1904–1907).
Wieden
Kam 1868 in Wien zur Welt und wuchs im Theresianum auf, wo sein Vater tätig war.
Mariahilf
Entwarf die vergoldeten Medaillons am Haus Linke Wienzeile 38 und Einrichtungsteile des Salons Flöge.
Neubau
Mitbegründer der Wiener Werkstätte, bis 1907 künstlerischer Mitleiter.
Hietzing
Liegt im Hietzinger Friedhof, unweit der Gräber von Klimt und Otto Wagner.
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