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Künstler: Secession

Ferdinand Andri

Maler, Grafiker, Bildhauer, 1871–1956, Waidhofen an der Ybbs – Wien

Secessionist aus Waidhofen an der Ybbs, Präsident der Secession 1905/06 und Akademieprofessor 1918–1939; bäuerliche Motive in Holzschnitt und Tempera.

Ferdinand Andri, Sohn eines Vergolders, lernte 1884–1886 bei dem Holzbildhauer und Altarbauer Johann Kepplinger in Ottensheim und studierte 1886–1893 an der Wiener Akademie, danach in Karlsruhe. Von 1899 bis 1909 war er Mitglied der Secession, 1905/06 ihr Präsident, und arbeitete an Ver Sacrum mit. Ab 1915 war er Kriegsmaler des Kriegspressequartiers in Serbien, Montenegro, Albanien und den Dolomiten. Von 1918 bis 1939 lehrte er an der Akademie. Er starb 1956 in Wien.

Andris Motive stammen aus dem ländlichen Niederösterreich: Bauern bei der Arbeit, Marktfrauen, Holzknechte, Dorfszenen, mit kräftigen Konturen und flächiger Farbe, die an Holzschnitt und Plakat erinnern. Holzschnitte und Farbholzschnitte gehören zu seinen verbreitetsten Arbeiten; daneben malte er in Öl und Tempera, schnitzte in Holz und schuf Plakate. 1938 beantragte er die NSDAP-Mitgliedschaft und wirkte an der Säuberung der Akademie mit. 1950 schenkte er seine verbliebenen Werke der Stadt St. Pölten.

Andris Holzschnitte sind meist mit Bleistift signiert; Abzüge auf dünnem Japanpapier zeigen den Druck oft durchscheinend auf der Rückseite. Reproduktionen in Büchern haben Rasterpunkte und tragen keine Signatur. Gemälde sind über Motiv, Malweise und Ausstellungsnachweise zuzuordnen; das Ferdinand-Andri-Museum in St. Pölten bietet Vergleichsbestände. Kriegsbilder 1915–1918 können aus Beständen des Kriegspressequartiers stammen; ihre Herkunft ist zu klären.

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