Künstler: Neue Sachlichkeit
Carry Hauser
Maler, Grafiker, Bühnenbildner, Autor, 1895–1985, Wien – Zürich – Rekawinkel
Wiener Expressionist und Vertreter der Neuen Sachlichkeit; Hagenbund-Präsident 1927/28, Exil in Zürich, nach 1945 Generalsekretär des P.E.N.-Clubs.
Carry Hauser besuchte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt und die Kunstgewerbeschule in Wien. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er zur Künstlergruppe „Der Fels“, von 1925 bis 1938 zum Hagenbund, dessen Präsident er 1927/28 war. 1939 ging er nach Zürich; eine Professur in Melbourne konnte er wegen des Kriegsausbruchs nicht antreten. Im Schweizer Exil schrieb er vor allem für Zeitungen und Zeitschriften. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und wurde Generalsekretär des P.E.N.-Clubs. Er starb 1985 in Rekawinkel.
Hausers frühe Arbeiten sind expressionistische Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde mit religiösen und sozialen Themen in kantigen, gesteigerten Formen. Ab Mitte der 1920er Jahre wandte er sich der Neuen Sachlichkeit zu: klare Konturen, glatte Flächen, Großstadtszenen, Bildnisse und Figurenbilder. Er arbeitete auch als Illustrator und Bühnenbildner. Nach 1945 erhielt er öffentliche Aufträge der Stadt Wien und war Ehrenpräsident des Neuen Hagenbunds.
Hausers Druckgrafik der 1920er Jahre, vor allem Holzschnitte, ist meist mit Bleistift signiert; Abzüge vom Stock zeigen Prägung und ungleichmäßige Schwärzen. Gemälde stammen häufig aus Wiener Familienbesitz und sind mit dem publizierten Werk und Nachlassbeständen abzugleichen. Illustrierte Bücher sind ein eigenes Sammelgebiet. Spätwerke nach 1945 unterscheiden sich in Farbigkeit und Malweise deutlich von den Arbeiten der Zwischenkriegszeit.
Epochen & Stile
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