Künstler: Neue Sachlichkeit
Christian Schad
Maler, Grafiker, Fotograf, 1894–1982, Miesbach – Wien – Berlin – Aschaffenburg
Maler der Neuen Sachlichkeit, der 1925–1927 in Wien lebte; seine kameralosen „Schadographien“ von 1919 gehören zur Fotogeschichte.
Christian Schad studierte kurz an der Münchner Akademie und ging 1915 in die Schweiz, wo er sich in Zürich und Genf der Dada-Bewegung anschloss. 1919 entstanden die „Schadographien“, Fotogramme ohne Kamera, die Tristan Tzara so benannte. Nach Jahren in Italien lebte er 1925–1927 in Wien, danach in Berlin. In der NS-Zeit malte er kaum eigene Werke; 1937–1942 kopierte er im Auftrag Matthias Grünewalds „Stuppacher Madonna“. Er starb 1982; in Aschaffenburg ist ihm ein Museum gewidmet.
Schads Bildnisse der 1920er Jahre zeigen Menschen der Großstadt in kühler, glatter Präzision: Aristokraten, Künstler, Ärzte, Halbweltfiguren. In Wien entstanden Porträts, darunter das „Selbstbildnis mit Modell“ (1927). Die Bildflächen sind lasierend aufgebaut, Stoffe und Haut fast fotografisch genau. Neben Gemälden schuf er Zeichnungen, Holzschnitte der Dada-Zeit und Fotografien. Auch das Bildnis des Grafen St. Genois d'Anneaucourt (1927) gehört in diese Jahre.
Schads Gemälde der Neuen Sachlichkeit sind selten und meist in Museen; im Handel begegnen Zeichnungen, Holzschnitte und späte Arbeiten. Das Werkverzeichnis und die Bestände des Christian Schad Museums in Aschaffenburg dienen als Vergleich. Schadographien sind Unikate; spätere Abzüge und Reproduktionen sind von den Originalen von 1919 zu unterscheiden. Aus Wiener Besitz können Bildnisse der Jahre 1925–1927 stammen.
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