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Künstler: Grafik & Gebrauchsgrafik

Joseph Binder

Gebrauchsgrafiker, Plakatkünstler, 1898–1972, Wien – New York – Wien

Plakatkünstler der Zwischenkriegszeit; entwarf 1924 das Firmenzeichen für Julius Meinl und 1939 das Plakat der New Yorker Weltausstellung.

Joseph Binder, 1898 in Wien geboren, studierte an der Kunstgewerbeschule bei Bertold Löffler und gründete 1924 ein eigenes Atelier für Gebrauchsgrafik. Seine Plakate für Kaffee, Tee, Schokolade und Sportveranstaltungen setzen auf flächige, kubisch vereinfachte Formen in wenigen kräftigen Farben. Nach Vortragsreisen in die USA ließ er sich Mitte der 1930er-Jahre in New York nieder. Er starb 1972 in Wien.

Für Julius Meinl schuf Binder 1924 das Firmenzeichen mit dem Kopf eines Buben mit rotem Fes, das in vereinfachter Form weiterverwendet wird, dazu Plakate und Packungen. In New York gewann er den Wettbewerb für das Plakat der Weltausstellung 1939 und arbeitete für Fluglinien, Behörden und Werbeagenturen. Seine Lehrtätigkeit verbreitete die Wiener Plakatschule in den USA.

Binder-Plakate sind Lithografien oder, ab den 1930er-Jahren, Offsetdrucke; viele tragen die Signatur „Binder“ oder „Joseph Binder Wien“ im Druck und den Namen der Druckerei am unteren Rand. Originale unterscheiden sich von späteren Nachdrucken in Format, Papier und Druckbild unter der Lupe. Entwürfe in Gouache und Tempera sind selten; das MAK bewahrt einen großen Teil seines Nachlasses. Meinl-Dosen und -Packungen mit seiner Gestaltung bilden ein eigenes Sammelgebiet.

Epochen & Stile

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