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Künstler: Nachkriegsmoderne & Art Club

Alfred Hrdlicka

Bildhauer, Zeichner, Grafiker, 1928–2009, Wien

Wiener Bildhauer und Radierer; politische Zyklen zu Gewalt und Geschichte, Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz.

Geboren 1928 in Wien, studierte Alfred Hrdlicka an der Akademie der bildenden Künste Wien zunächst Malerei bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky, danach Bildhauerei bei Fritz Wotruba. 1964 vertrat er Österreich auf der Biennale von Venedig. Er lehrte in Stuttgart, Hamburg, Berlin und ab 1986 an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Als Zeichner und Radierer kommentierte er Geschichte und Gegenwart politisch und oft provokant. Hrdlicka starb 2009 in Wien.

Neben der Plastik in Marmor und Bronze schuf Hrdlicka ein umfangreiches grafisches Werk: Radierungen, Kaltnadelarbeiten, Lithografien und großformatige Zeichnungen in Kohle und Rötel. Typisch sind Zyklen, etwa „Wie ein Totentanz“ zu den Ereignissen des 20. Juli 1944 (1974). Themen sind Gewalt, Verfolgung, Sexualität, Religion und Revolution. Für die Gedenkstätte Plötzensee in Berlin schuf er den „Plötzenseer Totentanz“. Viele Radierungen sind mit Kaltnadel überarbeitet.

Seine Radierungen und Lithografien tragen meist die Bleistiftsignatur „Hrdlicka“ und eine Nummer; Probedrucke tragen Vermerke wie „Probedruck“ oder „e. a.“. Weil Hrdlicka sehr viel druckte, entscheiden Auflagenhöhe, Druckzustand und Erhaltung über die Bewertung. Zeichnungen in Kohle verwischen leicht und sind auf säurefreie Montage angewiesen. Bei kleineren Bronzen sind Gießerstempel und Nummerierung zu prüfen.

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