Satteltaschen und Taschenfronten
Geknüpfte und gewebte Taschen der Nomaden für Pferd, Kamel und Zelt, oft nur als Vorderseite erhalten.
Nomaden in Persien, Anatolien, dem Kaukasus und Zentralasien bewahrten ihr Hab und Gut in Taschen auf, die aus Teppichmaterial geknüpft oder gewebt wurden. Die Satteltasche, persisch Khordjin, besteht aus zwei Taschen, die durch ein Mittelstück verbunden sind und über den Rücken des Tieres gelegt werden. Größere Säcke dienten im Zelt als Truhe, kleinere für Löffel, Salz oder Spindeln. Viele Taschen gelangten nur als Vorderseite in den Handel, weil der Rücken aus einfachem Gewebe abgetrennt wurde; man spricht dann von Taschenfronten.
Taschen und Taschenfronten sind ein Sammelgebiet, weil sie Muster und Farben der Stämme in kleinem Format zeigen. Wichtig für den Wert sind Herkunft, Alter, Farben, Vollständigkeit und Zustand. Vollständige Taschen mit Rückseite und Verschlussschlaufen sind seltener als Fronten. Antike Stücke mit Pflanzenfarben, Wollflor mit Glanz und klarer Zeichnung sind gesucht. Taschenfronten wurden oft zu Kissen verarbeitet; wir bewerten sie auch in dieser Form. Die turkmenischen Taschenformen beschreibt unser Teppich-Lexikon gesondert.
Woran man es erkennt
- Khordjin-Satteltaschen
- Zelttaschen und Säcke
- Taschenfronten ohne Rückseite
- Verschlussschlaufen als Vollständigkeitsmerkmal
- Zu Kissen verarbeitete Fronten
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