Künstler: Glas
Marianne Rath
Glaskünstlerin, 1904–1985, Wien – Wien
Entwerferin bei J. & L. Lobmeyr ab 1924; Bergkristall- und „Rare-Earth“-Serien, der Kandelaber „Marianne“ und farbige Gläser für Moser in Karlsbad.
Marianne Rath, Tochter des Hofglaswarenhändlers Stefan Rath, verlor 1911 ihre Mutter und wuchs bei ihrer Tante in Purkersdorf und Wien auf. Sie studierte an der Kunstgewerbeschule bei Michael Powolny, Rudolf von Larisch und Franz Čižek und trat 1924 in die Firma J. & L. Lobmeyr ein, die ihr Vater seit 1917 leitete. 1937 heiratete sie Johann Backhausen, den Juniorchef von Joh. Backhausen & Söhne. Nach der Geburt ihrer Söhne entwarf sie nur noch gelegentlich. Sie starb 1985 in Wien.
1924 entstand eine Prunkjardinière, die in Steinschönau gefertigt wurde. Es folgten die Bergkristall-Serie und die Serie „Rare Earth“ mit Gläsern, die durch Oxide seltener Erden gefärbt sind, darunter eine Citrit-Schale und ein Alexandrit-Flakon (1930), dazu farbige Vasen (1924–1929) und der Kandelaber „Marianne“ (1925/26) aus Messing und farblosen Kristallkugeln. Mit Ena Rottenberg und Lotte Fink entwickelte sie Emaildekore, für Moser in Karlsbad entwarf sie Flakons und Schalen in Alexandrit-, Heliolit- und Royalitglas.
Alexandritglas wechselt seine Farbe je nach Licht zwischen Rosa und Blau; Heliolit und Royalit zeigen andere Tönungen. Moser-Gläser tragen eine geätzte Firmensignatur, Lobmeyr-Stücke das Lobmeyr-Zeichen; die Entwerferin ist meist nicht vermerkt. Beim Kandelaber „Marianne“ sind Messingteile, Montierung und Kristallkugeln auf Vollständigkeit und spätere Ergänzungen zu prüfen. Die größte Sammlung ihrer Arbeiten besitzt das MAK.
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