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Künstler: Glas

Johann Josef Mildner

Glasveredler, um 1764–1808, Gutenbrunn (Niederösterreich)

Glasveredler in Gutenbrunn im Waldviertel; Becher mit eingesetzten Zwischengoldglas-Medaillons, oft signiert und datiert.

Johann Josef Mildner arbeitete im späten 18. Jahrhundert in Gutenbrunn im Waldviertel, wo eine Glashütte bestand. Er spezialisierte sich auf eine Weiterentwicklung des Zwischengoldglases: In die Wandung oder den Boden von Bechern setzte er runde oder ovale Medaillons ein, die er auf der Innenseite mit Blattgold, Silber und roter Lackfarbe dekorierte und rückseitig beschriftete. Er starb 1808; über sein Leben ist wenig bekannt.

Seine Medaillons zeigen Monogramme, Wappen, Bildnisse, Heilige, Landschaften und Freundschaftssymbole, oft für einen bestimmten Empfänger angefertigt. Die Becher sind meist zylindrisch oder leicht konisch, mit geschliffenem Boden und Wandung. Mildners Gläser gehören zu den gesuchten österreichischen Gläsern des Klassizismus und stehen zeitlich vor der Biedermeier-Glasmalerei von Gottlob Samuel Mohn und Anton Kothgasser. Größere Bestände besitzen Wiener Museen, darunter das MAK.

Mildner-Gläser tragen auf der Rückseite der Medaillons häufig eine Inschrift mit Namen, Ort Gutenbrunn und Jahr. Die Medaillons sind passgenau eingeschliffen und verkittet; gelöste oder ergänzte Einsätze mindern den Wert. Nachahmungen des 19. Jahrhunderts imitieren die Technik, erreichen aber selten die Feinheit der radierten Goldfolie. Ein Vergleich mit Museumsbeständen, etwa im MAK, ist ratsam.

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