Künstler: Orientalismus
Leopold Carl Müller
Maler, 1834–1892, Dresden – Wien – Kairo
Wiener Orientmaler, genannt „Ägypter-Müller“, der ab 1873 mehrfach in Ägypten arbeitete und an der Akademie lehrte.
Leopold Carl Müller wurde 1834 in Dresden geboren, wuchs in Wien auf und studierte an der Akademie. Er verdiente zunächst als Illustrator, unter anderem für die satirische Zeitschrift „Figaro“, und malte Genreszenen aus Ungarn und Italien. Ab 1873 reiste er wiederholt nach Ägypten, 1875/76 gemeinsam mit Hans Makart. 1877 wurde er Professor an der Wiener Akademie. Er starb 1892 in Wien.
Müllers ägyptische Bilder zeigen Märkte, Kamele, Beduinen, Fellachen, Wüstenlager und Straßenszenen in Kairo, mit genauer Beobachtung von Licht, Kleidung und Gesten. Er malte große Atelierbilder und zahlreiche Ölstudien nach der Natur, die heute als besonders frisch gelten. Seine Palette ist hell, das Sonnenlicht hart. Er vermied die Theatralik vieler Orientmaler. Er arbeitete in Öl auf Leinwand und Holz, Studien auch auf Papier, das später auf Karton kaschiert wurde.
Müller signierte mit „L. C. Müller“ und Jahreszahl, gelegentlich mit Ortsangabe „Cairo“. Der häufige Name führt zu Verwechslungen mit anderen Malern namens Müller; Signaturform und Motiv sind daher genau zu prüfen. Ölstudien auf Papier oder Karton sind häufig unsigniert und werden über Stil und Provenienz zugeordnet. Orientbilder anderer Wiener Maler werden ihm mitunter irrtümlich zugeschrieben.
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