Epoche
Shōwa-Zeit
Stilperiode Asien, 1926–1989
Regierungszeit Kaiser Hirohitos: Shin-hanga-Holzschnitte, Mingei-Keramik, Nachkriegsdesign, Blechspielzeug und Exportporzellan mit „Made in Occupied Japan“.
Die Shōwa-Zeit begann 1926 mit Kaiser Hirohito und reicht bis zu seinem Tod 1989. Sie umfasst Militarismus und Krieg, die Besatzung bis 1952 und das Wirtschaftswunder mit den Olympischen Spielen in Tokio 1964. Yanagi Sōetsu begründete 1926 die Mingei-Bewegung für Volkskunsthandwerk; der Verleger Watanabe Shōzaburō förderte schon ab 1915 die Shin-hanga, neue Holzschnitte für westliche Sammler. Nach 1945 wurde Japan zum Exporteur von Kameras, Uhren und Spielzeug.
Shin-hanga von Kawase Hasui und Yoshida Hiroshi zeigen Landschaften mit Licht- und Wetterstimmungen in traditioneller Technik, die Sōsaku-hanga von Munakata Shikō selbst geschnittene, expressive Blätter. Mingei-Keramik von Hamada Shōji und Kawai Kanjirō ist schlicht, mit Ascheglasuren und Pinseldekor. Exportporzellan von Noritake trägt Marken der Zeit, zwischen 1947 und 1952 den Vermerk „Made in Occupied Japan“. Blechspielzeug, Roboter, Kameras von Nikon und Canon sowie Uhren von Seiko gehören zum Nachkriegsdesign. Mode und Grafik folgten westlichen Vorbildern.
Wien erreichte japanisches Design der Shōwa-Zeit über Handel, Ausstellungen und Reisende; die Holzschnitte von Hasui und Yoshida waren unter Wiener Sammlern verbreitet. Im Handel erscheinen Shin-hanga-Holzschnitte, Mingei-Keramik, Exportporzellan, Kameras, Uhren und Blechspielzeug, häufig aus Wiener Haushalten. Japanische Kameras von Nikon, Canon und Asahi Pentax setzten sich ab den 1960er-Jahren international durch; Seiko brachte 1969 mit der Astron die erste Quarzarmbanduhr auf den Markt.
Shin-hanga-Drucke existieren als frühe Auflagen mit Verlegersiegel und Bleistiftsignatur, als spätere Auflagen und als Nachdrucke von den Originalstöcken; das Siegel Watanabes ändert sich mit der Zeit und erlaubt eine Datierung. Blechspielzeug wird nach Hersteller, Originalkarton und Funktion bewertet; Repliken tragen moderne Lithografie und Kunststoffteile. Mingei-Keramik ist häufig unsigniert; beschriftete Holzkisten (Tomobako) belegen Künstler und Herkunft.
Woran man es erkennt
- Shin-hanga-Landschaften mit Lichtstimmung
- Sōsaku-hanga mit selbst geschnittenen Blättern
- Mingei-Keramik mit Ascheglasur
- Verlegersiegel Watanabe Shōzaburōs
- Exportporzellan von Noritake
- Marke „Made in Occupied Japan“
- Blechspielzeug und Roboter
- Kameras und Uhren der Nachkriegszeit
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