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Epoche

Magischer Realismus

Kunstbewegung, um 1920–1945

Nach Franz Roh benannter Flügel der Neuen Sachlichkeit, der das Alltägliche fremd und rätselhaft wirken ließ – in Österreich bei Sedlacek und Wacker.

Der Kunsthistoriker Franz Roh veröffentlichte 1925 das Buch „Nach-Expressionismus. Magischer Realismus“. Er beschrieb Bilder, die mit äußerster Genauigkeit eine erstarrte, unheimliche Wirklichkeit zeigen. Anregungen kamen aus der Pittura metafisicaGiorgio de Chiricos und Carlo Carràs. In Deutschland malten Franz Radziwill, Alexander Kanoldt und Georg Schrimpf, in Italien Antonio Donghi und Felice Casorati in dieser Haltung. In Österreich entwickelte Franz Sedlacek, im Hauptberuf Chemiker, eine eigene Bildwelt.

Die Gegenstände sind glatt, scharf und isoliert gemalt, oft in starrer Stille und künstlichem Licht. Landschaften mit tiefem Horizont, leeren Plätzen, kahlen Bäumen und rätselhaften Figuren erzeugen Spannung. Stillleben zeigen Kakteen, Glasgefäße, Masken und Spielzeug. Die Malweise ist altmeisterlich in Lasuren auf Holz. Sedlacek verband Spuk und Groteske mit Winterlandschaften, Rudolf Wacker malte in Bregenz Stillleben mit Puppen und Pflanzen. Die Formate bleiben meist klein bis mittelgroß, Holz und Hartfaser treten an die Stelle der Leinwand.

Werke Sedlaceks, Wackers und Plobergers befinden sich in österreichischen Museen; das Belvedere zeigt Malerei der Zwischenkriegszeit. Sedlacek gilt seit 1945 an der Front in Polen als verschollen, sein Werk ist daher begrenzt. Im Handel erscheinen Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen der österreichischen Vertreter sowie Grafik der deutschen und italienischen Maler. Herbert Ploberger arbeitete später als Kostüm- und Szenenbildner für Film und Theater.

Magisch-realistische Bilder sind wegen ihrer Glätte schwer zu fälschen, Kopien fallen jedoch durch modernes Malmaterial auf. Holztafeln mit Kreidegrund, Lasurtechnik und originale Rahmen aus den Werkstätten der Künstler sprechen für Originale. Werkverzeichnisse und Ausstellungsnachweise des Hagenbunds oder der Secession helfen bei der Zuschreibung. Infrarotaufnahmen zeigen die genaue Unterzeichnung dieser Maler.

Woran man es erkennt

  • glatte, scharfe Gegenstandsdarstellung
  • Stille und Erstarrung
  • künstliches, kaltes Licht
  • leere Plätze und tiefe Horizonte
  • Stillleben mit Kakteen, Masken und Puppen
  • Lasurmalerei auf Holz
  • Unheimliches im Alltäglichen
  • Nähe zur Pittura metafisica

Künstler

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