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Künstler: Internationale Grafik

Mariette Lydis

Malerin, Grafikerin, Illustratorin, 1887–1970, Baden bei Wien – Paris – Buenos Aires

In Baden geborene Illustratorin und Grafikerin; ab 1926 in Paris mit Radierungen, Lithografien und bibliophilen Ausgaben, ab 1940 in Buenos Aires.

Mariette Lydis kam 1887 als Marietta Ronsperger in Baden bei Wien zur Welt; ihr Vater betrieb einen Uhrengroßhandel am Hohen Markt. Sie besuchte die Privatschule von Emmy Zweybrück-Prochaska, bildete sich aber weitgehend selbst aus. Reisen führten sie vor dem Ersten Weltkrieg bis nach Marokko, Ägypten, Russland und Amerika. 1926 ging sie nach Paris, 1939 wurde sie französische Staatsbürgerin. Im Juli 1940 reiste sie von England nach Buenos Aires, wo sie sich niederließ und 1970 starb.

Lydis illustrierte zunächst in Deutschland erschienene Bücher, darunter „Der Mantel der Träume“ von Béla Balázs (1922) und „42 Miniaturen zum Koran“ (1924), in feinen, an Buchmalerei erinnernden Blättern. In Paris wandte sie sich Radierung, Lithografie und Ölmalerei zu: 1926 erschien die Mappe „Lesbiennes“, 1927 „Criminelles“ mit Vorwort von Pierre Mac Orlan, 1928 Baudelaires „Fleurs du Mal“. Ihre Figuren sind schmal, großäugig und melancholisch.

Lydis-Grafik erscheint meist in bibliophilen Ausgaben mit Nummerierung und Impressum; aus Büchern gelöste Blätter sind am Format und an Bindungsspuren zu erkennen. Einzelblätter sind oft mit Bleistift signiert. Für Bücher zählen Vollständigkeit der Tafeln, Nummer der Vorzugsausgabe und Einband. Gemälde der argentinischen Jahre stammen meist aus südamerikanischem Besitz. Pariser Verlagsangaben im Impressum helfen bei der Datierung.

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