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Künstler: Fotografie

Heinrich Kühn

Fotograf, Mediziner, 1866–1944, Dresden – Birgitz

Wichtigster österreichischer Piktorialist; kombinierte Gummidrucke, Autochrome und neue Edeldruckverfahren, ab den 1890er Jahren in Innsbruck.

Heinrich Kühn studierte ab 1885 Medizin und Naturwissenschaften in Leipzig, Berlin und Freiburg und promovierte, musste die ärztliche Tätigkeit aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Wegen des Klimas zog er nach Innsbruck und widmete sich ganz der Fotografie. Mit Hans Watzek und Hugo Henneberg bildete er das Wiener Kleeblatt, das 1902 in der Secession ausstellte. Er starb 1944 in Birgitz bei Innsbruck.

Kühn arbeitete vor allem im Gummidruck und entwickelte den kombinierten, mehrschichtigen Gummidruck weiter. 1911 entstand die Gummigravüre aus Heliogravüre und Gummidruck, 1915 der Leimdruck mit Fischleim als Kolloid; dazu die Syngraphie mit zwei Negativen unterschiedlicher Empfindlichkeit. An der Entwicklung der Objektive Anachromat Kühn und Rodenstock Imagon war er beteiligt. Seine Farbaufnahmen in Autochrome zeigen Familie, Kinder und Landschaften in Tirol.

Kühns Edeldrucke sind meist Unikate; Signaturen und Kleeblatt-Zeichen stehen auf dem Abzug oder dem Karton. Autochrome sind Glasplatten, die nur im Durchlicht wirken und bruchempfindlich sind. Gravüren in Zeitschriften der Zeit sind Drucke, keine Abzüge. Ausstellungen im Ferdinandeum 1909 und im Taxispalais 1976 bieten Vergleichsmaterial; ein großer Teil des Werks liegt in Museen.

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